Passwort vergessen?
ODER Login mit Google
  • Meine Beratungen
  • Kostenlos registrieren
  • Hilfe & Service
Kostenlose Ersteinschätzung

Verbotene Abwerbung eines Mitarbeiters?

| Preis: 69 € | Arbeitsrecht
Beantwortet

Guten Abend,

ich bin gerade dabei, meinen Arbeitgeber zu wechseln (ein Wettbewerber), den neuen Vertrag habe ich jetzt in der Hand und will jetzt kündigen.
Ein Mitarbeiter von mir geht auch dorthin, er hat heute schon gekündigt.

Vor einigen Tagen sagte mir mein Chef, er habe "im Markt", dass wir gemeinsam wechseln werden - was ich nicht kommentiert habe.

Jetzt droht er mir aber, dass er mich verklagen wird, falls ich jetzt ebenfalls kündige und zum gleichen Wettbewerber wechsele - ich schätze, dass er mir vorwerfen würde, dass ich den Mitarbeiter verbotenerweise abgeworben habe.

Ich habe mich tatsächlich mit meinem Mitarbeiter ständig ausgetauscht, wir sind ein Team und gehen dort gemeinsam hin. Die Frage war, inwiefern der Wechsel Sinn macht etc.

In meinen ersten Gesprächen mit dem neuen AG habe ich auch darüber gesprochen, dass wir gemeinsam wechseln würden und dabei auch sein Wechsel-Bedingungen (die er mir vorher aufgegeben hat) mitgeteilt.
Die endgültigen Gespräche beim neuen AG hat er aber natürlich für sich selber geführt.

Kann mir daraus irgenwie ein Prozess gemacht werden?
Und wie sollte so etwas nachgewiesen werden?
Was wenn der AG uns abgehört hätte?

Vielen Dank und schönen Gruß

Antwort des Experten

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage erlaube ich mir mit Blick auf die von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen wie folgt zu beantworten:

Aus meiner Sicht haben Sie hier wenig bis nichts zu befürchten. Es entspricht der gängigen Rechtsprechung der obersten deutschen Gerichte, dass das Abwerben von Mitarbeitern, ginge man einmal davon aus, dass Ihr verhalten als Abwerben zu klassifizieren ist, zu einer Marktwirtschaft gehört und in den meisten Fällen hinzunehmen ist.

Knifflig wird es meist nur dann, wenn der Abwerbende den Mitarbeiter zum Vertragsbruch anstiftet, er ihn also auffordert seinen Arbeitsvertrag mit seinem alten Arbeitgeber zu missachten und den Job einfach zu wechseln.

Eine solche Situation liegt hier ja gerade nicht vor, alles fraglichen Arbeitnehmer kündigen von sich aus uns werden zum neuen Arbeitgeber erst mit Ablauf der Kündigungsfrist wechseln.

Allerdings, am alten Arbeitsplatz selbst wäre dennoch ein wenig Zurückhaltung geboten. Versuchen Sie, wenn feststeht, dass Sie den Arbeitgeber wechseln, andere Mitarbeiter zum Gehen zu bewegen, so könnten Sie wettbewerbswidrig handeln.

ZUmindest nach dem LAG Düsseldorf ist es wettbewerbswidrig, wenn ein Arbeitnehmer unter Verstoß gegen seine arbeitsvertragliche Treuepflicht noch während des laufenden Arbeitsvertrages bereits das Geschäft des künftigen Arbeitgebers, einem Konkurrenten, betreibt, indem er Arbeitnehmern des alten Arbeitgebers Formulare übergibt, durch die ein Bewerbungsprozedere eröffnet wird, welches einer großen Zahl von qualifizierten Mitarbeitern ermöglicht, den Einstellungsvorgang bei dem Wettbewerber in kürzester Zeit abzuschließen, ohne die vorher üblichen Vorstellungs- und Vertragsverhandlungen durchzuführen (vgl. Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urt. v. 23.02.2010 – 17 Sa 1133/08).

Hier ist also abzuwägen wie intensiv war der Kontakt mit dem Kollegen, aus dem, was Sie mir geschildert haben, scheint mir noch keine Wettbewerbsverletzung vorzuliegen.

Sollte Ihr Arbeitgeber Sie heimlich abgehört haben, so wäre dies illegal, strafbar und vor Gericht nicht zu verwerten. Aus dieser Ecke haben Sie also nichts zu befürchten.

Zusammenfassend erlaube ich mir festzuhalten, dass ich nicht davon ausgehe, dass Sie zivilrechtlich oder wettbewerbsrechtlich Ihrem Arbeitgeber gegenüber haftbar sind. Sie haben aus meiner Sicht nichts zu befürchten.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

War diese Antwort hilfreich?

Sie haben eine Frage im Bereich Arbeitsrecht?

Raten Sie nicht weiter!

Unsere Rechtsanwält*innen geben Ihnen gerne eine kostenlose
Ersteinschätzung zu Ihrem Anliegen.

Jetzt kostenlose Ersteinschätzung einholen

Bewertung des Kunden

Wie prüfen wir die Echtheit von Kundenbewertungen?

Kundenbewertungen, die als verifiziert gekennzeichnet sind, wurden von Kund*innen getätigt, die mit ihrem registrierten Kundenkonto eine kostenpflichtige Beratung erworben haben. Nach Zahlung und Beratungsabschluss erhalten unsere Kund*innen einen Bewertungslink und haben darüber die Möglichkeit, eine entsprechende Bewertung abzugeben.

Bei unseren Bewertungen handelt es sich ausschließlich um verifizierte Bewertungen.

Der auf den Profilen unserer Expert*innen angezeigte Bewertungsdurchschnitt setzt sich ausschließlich aus verifizierten Bewertungen zusammen. Jeder Bewertung wird für die Berechnung des Bewertungsdurchschnitts dabei die gleiche Gewichtung zugemessen.

Wir veröffentlichen alle Kundenbewertungen, unabhängig von der Anzahl der vergebenen Sterne. Eine Löschung findet nur statt, wenn wir dazu rechtlich verpflichtet sind (z.B. beleidigender Inhalt).

Gut, schnell und prägnant verifiziert

ZDF WISO Testsieger

    So funktioniert's

  1. Kostenlose anwaltliche Ersteinschätzung
  2. Unverbindliches Festpreisangebot
  3. Angebot annehmen und Rechtsberatung erhalten
Anliegen schildern
Jetzt zum Newsletter anmelden und die besten Rechts-Tipps erhalten
+ exklusive Gutscheinaktionen für alle Beratungsbereiche