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Mietvertrag prüfen lassen

Viele Mietverträge enthalten Fallstricke, die für einen Laien nur sehr schwer zu erkennen sind.

Der Mietvertrag regelt die wesentlichen Rechte und Pflichten von Mieter und Vermieter. Um böse Überraschungen während oder am Ende der Mietzeit zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Vertrag vorab von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Mietvertrag zu Ihren Gunsten ausgerichtet ist und Sie auf der sicheren Seite stehen.

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Leistungsumfang

Mietvertrag prüfen
Formelle und inhaltliche Prüfung Ihres Mietvertrags sowie rechtliche Durchsicht aller damit in Verbindung stehenden Dokumente.
Untersuchung hinsichtlich möglicher Fallstricke, fehlender oder unvorteilhafter Klauseln.
Identifizierung rechtlich zweifelhafter oder verbesserungswürdiger Passagen.
Vorschläge für bessere und rechtlich sichere Formulierungen/ Änderungen im Vertrag.
Rechtssichere Einschätzung Ihrer Vertragsdokumente, mithilfe derer Sie notwendige Änderungen bei Ihrem Vertragspartner einfordern können.
Kostenlose Rückfragen bei eventuellen Unklarheiten inklusive.

So einfach funktioniert's: Mietvertrag prüfen

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Ratgeber: Mietvertrag

(Lesezeit ca. 12 Minuten)

Endlich hat man nach langer Suche die Traum-Mietwohnung gefunden und möchte so schnell wie möglich umziehen. Jetzt heißt es nur noch, den Mietvertrag unterschreiben und dann kann man endlich einziehen. So oder so ähnlich geht es in Deutschland jährlich ca. 3 Millionen Mietern. Doch nicht selten führt das schnelle Unterschreiben des ausgehändigten Mietvertrages zu einem bösen Erwachen. Häufig finden sich in den Verträgen Passagen wieder, die zum Nachteil des Mieters ausgelegt sind.
Auf der anderen Seite ist es ebenso als Vermieter ratsam, den Mietvertrag zu prüfen, denn ein fehlerhaft ausgestellter Mietvertrag kann nachteilige Auswirkungen auf das Mietverhältnis haben. Für Laien sind enthaltene Fallstricke häufig nicht erkennbar. Gerade im Hinblick auf die mangelnde Widerrufsmöglichkeit ist es häufig ratsam, einen Mietvertrag rechtlich prüfen. Mit diesem Ratgeber erhalten Sie einen Überblick über die gröbsten Fallstricke und Irrtümer bei Mietverträgen und können so besser einschätzen, ob Sie den Mietvertrag wirklich unterzeichnen sollten, oder sich gar rechtliche Unterstützung suchen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor Unterzeichnung des Mietvertrags sollte entschieden werden, wer bei mehreren Mietern einen Mietvertrag unterzeichnet.

  • Die Betriebskosten sollten möglichst nicht als Pauschale gezahlt werden, sondern als monatliche Vorauszahlung.

  • In der Regel beträgt die Kündigungsfrist eines unbefristeten Mietvertrags drei Monate für den Mieter.

  • Bei Mietverträgen gilt kein Widerrufsrecht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Mietvertrag für Wohnraum
  2. Vertragsparteien
  3. Wohnungsgröße & Wohngegenstand
  4. Vertragsdauer
  5. Betriebskosten
  6. Mietkaution
  7. Staffelmiete oder Indexmiete
    1. Staffelmiete
    2. Indexmiete
  8. Fälligkeit der Mietzahlungen
  9. Tiere in der Wohnung
  10. Modernisierungsmaßnahmen
  11. Schönheitsreparaturklausel
  12. Kündigungsverzicht / Kündigungsausschluss / Kündigungsfrist
  13. Widerrufsrecht
  14. Fazit: Mietvertrag prüfen lassen

Der Mietvertrag für Wohnraum

Die Rechte von Mieter und Vermieter für Wohnverhältnisse sind in den §§ 549 ff. BGB geregelt. In Deutschland gilt das soziale Mietrecht, durch welches vor allem der Mieter eines Wohnraums geschützt wird. Jedoch besteht immer die Möglichkeit, dass ein Mietvertrag vom Vermieter so formuliert wird, dass er dem Mieter zum Nachteil werden kann. Daher gilt: Je präziser und ausführlicher ein Mietvertrag formuliert ist, umso eher lässt sich ein Streit zwischen den Vertragspartnern vermeiden. Grundsätzlich ist auch ein mündlich abgeschlossener Mietvertrag gültig, wenn eine Partei der anderen ein mündliches Angebot unterbreitet und dieses angenommen wird. Jedoch sollte der Mietvertrag folgende Punkte beinhalten, um für Mieter und Vermieter möglichst fair und rechtssicher gestaltet zu sein.

Vertragsparteien

Prinzipiell sollten alle Personen, die in die Wohnung einziehen, auch im Mietvertrag mit  aufgenommen werden. Gibt es mehrere Mieter, wie zum Beispiel bei dem Mietvertrag für eine Wohngemeinschaft (WG), sollte sich im Voraus gut überlegt werden, ob alle Mitbewohner oder nur ein ausgewählter Mitbewohner den Mietvertrag unterschreibt. In beiden Fällen gibt es Vor- und Nachteile: Unterschreibt nur einer, ist dieser der alleinige Ansprechpartner für den Vermieter, allerdings haftet er auch alleine für die gesamte Miete. Unterschreiben alle, so werden alle Mieter als Einheit betrachtet und gelten vor dem Gesetz als Gesamtschuldner. Dies bedeutet das alle gemeinsam haften und zu Mietzahlungen verpflichtet sind, allerdings können auch nur alle gemeinsam kündigen.
Es sollte allerdings auch für eine Mehrheit an Vermietern wohl überlegt sein, ob alle unterschreiben. Für den Vermieter bieten sich neben den Vorteilen der gemeinsamen Haftung der Mieter aber auch Nachteile, wenn alle Mieter den Mietvertrag unterzeichnen. Zum Beispiel müssen alle Mieter einer Mieterhöhung oder einer Modernisierung zustimmen. Im Ergebnis ist es also eine Einzelfallentscheidung zu der man sich Zweifel auch anwaltlichen Rat einholen kann

Wohnungsgröße & Wohngegenstand

Ist die tatsächliche Wohnungsgröße kleiner als die im Mietvertrag angegebene, kann dies einen Mangel darstellen, der zur Mietminderung berechtigt. Problemträchtig ist deshalb die rein mündliche Mitteilung über die Wohnungsgröße. Ist die Wohnung in solchen Fällen tatsächlich kleiner, kann ein Mangel nur schwer bewiesen werden. Ist dem Mieter die exakte Größe wichtig, sollte er deshalb darauf achten, dass sie rechtssicher im Mietvertrag steht. Sollte die Größe dann stark abweichen, kann unter Umständen die Miete gemindert werden.
Zudem sollte im Vertrag festgehalten werden, in welchem Zustand der Mietgegenstand dem Mieter überlassen wird – ist er renoviert, unmöbliert, teilmöbliert oder komplett möbliert.

Vertragsdauer

Ein Mietvertrag kann zeitlich begrenzt oder unbegrenzt abgeschlossen werden. Wenn der Mietvertrag keine Regelung über die Mietdauer beinhaltet, dann liegt ein unbefristeter Mietvertrag vor. In diesem Fall kann der Vertrag durch eine Kündigung beendet werden. Ist die Vertragslaufzeit zeitlich begrenzt, so endet das Mietverhältnis mit Ablauf der vereinbarten Zeit. Eine Kündigung vor Ablauf der Befristung ist in vielen Fällen ausgeschlossen. Das gleiche gilt, wenn ein Kündigungsverzicht für einen bestimmten Zeitraum akzeptiert wurde. Ein befristeter Mietvertrag über Wohnraum kann nur dann zustande kommen, wenn der Vermieter einen Grund für die Befristung gemäß § 575 BGB angeben kann. Anderenfalls gilt das Mietverhältnis als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen.

Betriebskosten

Betriebskosten werden gemäß der Betriebskostenverordnung definiert als jene Kosten, die dem Eigentümer durch das Eigentum an der Wohnung und deren Bewirtschaftung entstehen. Die Betriebskosten sind grundsätzlich vom Eigentümer der Wohnung zu tragen. Wird diese jedoch vermietet, so kann im Mietvertrag vereinbart werden, dass der Vermieter die Betriebskosten auf seine Mieter umlegen kann. Das bedeutet auch, dass wenn nichts Explizites im Mietvertrag zu Betriebskosten vereinbart wurde, der Mieter grundsätzlich keine Betriebskosten zahlen muss. Der Vermieter darf nur bestimmte Kosten auf seine Mieter umlegen. Diese beinhalten beispielsweise die Grundsteuer, die Müllabfuhr, die Gebäudereinigung, der Hausmeister, die Gartenpflege usw.. Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten sind hingegen explizit von den Betriebskosten ausgeschlossen.  Die Zahlung der Betriebskosten durch den Mieter geschieht meist per monatlicher Vorauszahlung. Waren die tatsächlichen Kosten dann niedriger, erfolgt eine Rückzahlung der zu viel gezahlten Betriebskosten durch den Vermieter. Es sollte insofern darauf geachtet werden, dass eine Zahlung der Betriebskosten nicht als Pauschale geschieht. Dann nämlich besteht die Gefahr einer Kostenfalle – einer Rückerstattung oder Abrechnung bedarf es in dem Fall nicht.

Mietkaution

Die Mietkaution ist eine Zahlung des Mieters an den Vermieter und dient zur Absicherung des Vermieters für den Fall, dass der Mieter seine Pflichten aus dem Mietvertrag nicht ordnungsgemäß erfüllt. Die Mietkaution ist optional, muss vertraglich vereinbart sein und darf bei Wohnraummietverhältnissen maximal die dreimalige Höhe der Monatsnettokaltmiete betragen. Die Kaution darf der Mieter in drei Raten zahlen, wobei die erste Rate zu Beginn des Mietverhältnisses fällig ist. Die übrigen Raten sind in den Folgemonaten zu zahlen. Letztlich ist der Vermieter verpflichtet, das Geld zu einem Zinssatz, der für eine dreimonatige Kündigungsfrist der Geldanlage üblich ist, bei einem Kreditinstitut anzulegen. Der Mieter kann auch verlangen, dass das Geld „insolvenzfest“ angelegt wird, z.B. auf den Namen des Mieters.
Als weitere Absicherung kann der Vermieter auch eine Bürgschaft vom Mieter verlangen, um sich vor einem Zahlungsausfall zu schützen.

Staffelmiete oder Indexmiete

Im Gegensatz zu Mietverträgen mit festen Mietpreisen ist bei Staffelmietverträgen und bei Indexmietverträgen die Miete flexibel. Im Einzelnen bedeutet dies, dass Staffelmiteverträge und Indexmietverträge Regelungen enthalten  zu welchem Zeitpunkt und um welchen Betrag sich ein Mietpreis verändern soll.

Staffelmiete

Die Staffelmiete ist eine Vereinbarung über mehrere zukünftige Mieterhöhungen bei Abschluss des Vertrages. Grundsätzlich sind Staffelmieten gesetzlich erlaubt, solange die damit verbundene automatische Erhöhung nur einmal pro Jahr stattfindet. Die Staffelmiete bringt sowohl Vor- als auch Nachteile für Mieter und Vermieter mit sich. Vorteile einer Staffelmiete für den Mieter sind beispielsweise, dass der Mieter eine solide Kalkulationsgrundlage hat, da eine eindeutige Vereinbarung für den gesamten Vertragszeitraum über zu erwartende Mieterhöhungen vorliegt. Zudem, können Streitigkeiten bei der Durchsetzung von unerwarteten Mieterhöhungen im Vorfeld vermieden werden. Staffelmieten können auch positiv für den Mieter sein, wenn die Höhe der Staffelmieten unterhalb der ortsüblich vergleichbaren Mietpreise liegen, da eine Erhöhung über die vereinbarte gestaffelte Mietzinserhöhung für den vereinbarten Zeitraum der Staffelmiete nicht möglich ist. Die Staffelmiete bildet also eine Obergrenze bzw. ein Limit für zu erwartende Mietzinserhöhungen.Ein weiterer Vorteil besteht für den Vermieter im reduzierten Verwaltungsaufwand während des laufenden Mietvertrages durch das Festlegen der Zeitpunkte der Mieterhöhung zu Beginn des Mietverhältnisses. Jedoch bieten Staffelmieten für den Vermieter nur begrenzt Schutz gegen inflationsbedingten Wertverfall der Mieteinnahmen bei einer stark anziehenden Inflation, da die Mietzinserhöhung der Staffelmiete gegebenenfalls hinter dem inflationsbedingten Preisverfall zurückbleibt.

Indexmiete

Eine vereinbarte Indexmiete erlaubt sowohl dem Vermieter als auch dem Mieter einmal jährlich die Anpassung der Miete an den Verbraucherpreisindex. Steigen die Lebenshaltungskosten, so können Vermieter auch die Miete erhöhen. Auch wenn theoretisch ein Sinken des Verbraucherpreisindex möglich ist, so läuft es in der Regel auf eine Mieterhöhung hinaus. Die Indexmiete ist also mit Vorsicht zu genießen, da es für den Mieter kaum einzuschätzen ist, in welchem Ausmaß die Abweichung und damit die mögliche Erhöhung eintreten wird. Nachteilig ist ebenfalls, dass ein verzögertes Inkrafttreten von Änderungen vorliegt, da die Mietanpassung erst zu Beginn des übernächsten Monats nach Erhalt des Mietänderungsverlangens in Kraft tritt.

Fälligkeit der Mietzahlungen

Die Fälligkeit der Mietzahlungen ist gesetzlich bestimmt und beinhaltet, dass der Mieter die vereinbarte Miete zu Beginn des vereinbarten Zeitabschnittes (in der Regel des Monats), spätestes aber bis zum 3. Werktag zu zahlen hat (Urteil vom 5. Oktober 2016, Az. VIII ZR 222/1 ). Der Bundesgerichtshof (BGH) hat somit entschieden, dass es für die Rechtzeitigkeit der Mietzahlung genügt, wenn der Mieter seiner Bank den Zahlungsauftrag bis zum 3. Werktag des Monats erteilt.  

Tiere in der Wohnung

Der BGH hat bereits 1993 entschieden, dass eine generelle Mietvertragsklausel, die Haustiere in der Mietersache grundsätzlich ausschließt, nicht zulässig ist (BGH VII ZR 10/92). Daraus folgt, dass ein absolutes Haustierverbot im Mietvertrag nicht möglich ist. Die Tiererhaltung ist im Mietrecht in der Regel von der Tierart abhängig. Kleintiere wie Wellensittiche, Meerschweinchen oder Fische dürfen grundsätzlich in der Wohnung gehalten werden, auch wenn dies nicht im Mietvertrag erwähnt oder gar verboten wird. Sollten Sie jedoch eine Katze oder einen Hund besitzen, so sollte man bestenfalls vor Vertragsunterzeichnung die Zustimmung des Vermieters einholen, da die Rechtslage momentan umstritten ist. Gemäß den Urteilen des BGH und dem Mietrecht dürfen Haustiere durch Vermieter nur mit einer Begründung abgelehnt werden. Vermieter können auch das Vorhandensein einer Tierhaftpflichtversicherung zur Bedingung für eine Genehmigung machen, um sich so vor etwaigen Schäden abzusichern.

Modernisierungsmaßnahmen

Sie wollen Ihre Mietwohnung modernisieren? Als Mieter haben Sie beim Auszug kein Recht auf Kostenerstattung der Verbesserungen. Achten Sie vor einer Modernisierung darauf, dass Sie zum Mietvertrag eine zusätzliche Modernisierungsvereinbarung mit Ihrem Vermieter abschließen. Im Streitfall könnte der Vermieter sonst sogar fordern, dass der ursprüngliche Zustand der Wohnung vom Mieter wieder hergestellt werden muss. Auch der Vermieter kann Modernisierungen am Haus oder in der Wohnung durchführen, welche zu einer Mieterhöhung führen können. Baumaßnahmen gelten als Modernisierung, wenn sie entweder zu einer echten Wohnwertverbesserung führen oder wenn eine nachhaltige Einsparung von Energie und Wasser erreicht wird. Alle geplanten Modernisierungsmaßnahmen des Vermieters muss er mindestens drei Monate vor Beginn der geplanten Arbeiten schriftlich ankündigen.  Im Bezug auf Modernisierungsmaßnahmen, gab es eine Mietrechtsänderung seit dem 01.01.2019, die besagt, dass Modernisierungskosten nur noch in Höhe von 8% jährlich auf die Mieter umgelegt werden können. Diese Absenkung der Modernisierungsumlage greift für Modernisierungen, die ab dem 1.1.2019 angekündigt werden.

Schönheitsreparaturklausel

Schönheitsreparaturen umfassen laut §28 Abs. 4 S. 3 Zweite Berechnungsverordnung (II.BV)  unter anderem das Tapezieren und Anstreichen von Wänden und Decken, das Streichen der Fußböden, Heizkörper und Heizrohre, der Innentüren sowie Außentüren von innen und Fenster. Grundsätzlich ist es laut dem Mietrecht die Aufgabe des Vermieters, Reparaturen und Schönheitsreparaturen durchzuführen. Jedoch ist es im deutschen Mietrecht üblich, durch eine Vereinbarung im Mietvertrag, dass der Mieter die Pflicht hat, die Schönheitsreparaturen zu übernehmen. Viele der Klauseln zu Schönheitsreparaturen in Mietverträgen sind rechtlich unwirksam. Sollte die Schönheitsreparaturklausel in Ihrem Mietvertrag unwirksam sein, müssen Sie z.B. die Renovierung bzw. Reparatur beim Auszug nicht durchführen. Sollten Sie die Wohnung bereits renoviert haben, können Sie nach  dem Auszug bei einer unwirksamen Schönheitsreparaturklausel die Kosten für die Renovierung vom Vermieter zurückfordern. Wenn Sie die Wohnung unrenoviert übernommen haben, so kann der Vermieter von Ihnen nicht mehr ohne Weiteres die Rückgabe der Wohnung in renoviertem Zustand verlangen (Urteil vom 18.März 2015, Az. VIII ZR 185/14). Ebenso müssen Sie eine unrenoviert übernommene Wohnung beim Auszug selbst dann nicht renovieren, wenn Sie dies mit Ihrem Vormieter vereinbart haben (Urteil vom 22. August 2018, Az. VIII ZR 277/16).

Kündigungsverzicht / Kündigungsausschluss / Kündigungsfrist

Die Fristen bei der Kündigung von Mietverträgen sind gesetzlich festgelegt. Bei unbefristeten Mietverträgen herrscht jedoch die allgemein gültige Kündigungsfrist von drei Monaten für Mieter. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und bedarf keiner Begründung für die Kündigung.  Für den Vermieter hingegen gelten andere Kündigungsfristen. Bis zu einer Wohnzeit von fünf Jahren gilt auch für ihn eine Kündigungsfrist von drei Monaten, danach erhöht sich diese um sechs Monate. Die Kündigungsfrist kann sich je nach Mietdauer auch noch weiter erhöhen. Bei befristeten Mietverträgen läuft das Mietverhältnis in der Regel aus und muss zur Beendigung nicht extra gekündigt werden. Sowohl Mieter als auch Vermieter haben das Recht, eine außerordentliche Kündigung vom  Mietvertrag einzureichen, bei der ein Mietverhältnis ohne Einhaltung der Kündigungsfristen beendet werden kann. Hierbei ist die Kündigung an einen Kündigungsgrund geknüpft, was bedeutet, dass ein „wichtiger Grund“ vorliegen muss. Für den Mieter könnte ein wichtiger Grund sein, dass ihm der vertragsmäßige Gebrauch der Mietsache ganz oder partiell nicht rechtzeitig gewährt worden ist oder dass der gemietete Wohnraum so beschaffen ist, dass die Benutzung mit einer erheblichen Gefährdung der Gesundheit verbunden ist. Für den Vermieter hingegen, könnte ein wichtiger Grund beispielsweise sein, dass der Mieter mit der Zahlung der Miete für zwei aufeinander folgende Termine in Verzug ist oder dass, der Mieter die Rechte des Vermieters in erheblichem Maße verletzt, da er die Mietsache durch Vernachlässigung der ihm obliegenden Sorgfalt erheblich gefährdet oder sie unbefugt einem Dritten überlässt.
Seien Sie besonders achtsam, falls in Ihrem Mietvertrag von einem Kündigungsverzicht oder einem Kündigungsausschluss die Rede ist. Sie können dann nicht immer mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Solche Vertragspassagen können vielmehr regeln, dass bis zu einer Dauer von vier Jahren eine Kündigung von sowohl Mieter als auch Vermieter nicht möglich ist. An solche Klauseln sind jedoch hohe Anforderungen geknüpft, sodass diese häufig unwirksam sind. Im Einzelfall kann sich deshalb eine rechtliche Überprüfung eines Kündigungsverzichtes lohnen.

Widerrufsrecht

Manchmal kann es vorkommen, dass ein Mieter von einem unterschriebenen Mietvertrag zurücktreten möchte, wenn er beispielsweise ein besseres Wohnungsangebot erhalten hat. Prinzipiell gilt, dass der Mieter bei Mietverträgen keine Widerrufsrecht hat. Dies bedeutet, dass der Mietvertrag ab Unterzeichnung wirksam wird, ohne dass der Vertragsabschluss widerrufen werden kann, wie dies z.B. bei Onlinekäufen häufig der Fall ist. Eine Ausnahme gilt dann, wenn im Mietvertrag ausdrücklich ein vertragliches Rücktrittsrecht für den Mieter vereinbart ist. Ebenso besteht die Widerrufsmöglichkeit für den Mieter bei so genannten Haustürgeschäften. Wer in seiner Privatwohnung unaufgefordert zum Beispiel von seinem Vermieter oder der Hausverwaltung aufgesucht wird und dann sofort einen Vertrag oder eine Vertragsänderung unterschreibt, kann seine Unterschrift häufig widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage.

Fazit: Mietvertrag online prüfen lassen

Viele Mietverträge enthalten Fallstricke, die für einen Laien nur sehr schwer zu erkennen sind. Um eine böse Überraschung zu vermeiden empfiehlt es sich, den Vertrag vorab von einem spezialisierten Rechtsanwalt für Mietrecht online prüfen zu lassen. So können Sie vor Vertragsabschluss mögliche nachteilige Vertragspassagen ausfindig machen und diese zu Ihren Gunsten anpassen lassen. Gehen Sie auf Nummer sicher und lassen Sie noch heute Ihren Mietvertrag ganz einfach online prüfen!

 

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Häufige Fragen

Weshalb macht es Sinn meinen Mietvertrag prüfen zu lassen?

Viele Mietverträge enthalten für den Mieter nachteilige Vertragsklauseln. Diese Fallstricke sind für den Laien nur sehr schwer erkennbar, führen aber häufig zu einem bösen Erwachen. Aus diesem Grund sollten Sie Ihren Mietvertrag vor der Vertragsunterzeichnung von einem spezialisierten Rechtsanwalt fachlich überprüfen lassen. Nur so lassen sich böse Überraschungen vermeiden.

Ist die Prüfung des Mietvertrags auch aus Vermietersicht sinnvoll?

Auf jeden Fall! Auch aus der Perspektive des Vermieters kann ein unvollständiger oder fehlerhafter Mietvertrag Nachteile haben und den Vermieter in eine prekäre Situation bringen. Um ein sorgenfreies und sicheres Mietverhältnis zu gewährleisten, empfehlen wir Ihnen daher, Ihren Mietvertrag von einem Experten von yourXpert prüfen zu lassen.

Durch wen wird die Überprüfung meines Mietvertrags vorgenommen?

Ihr Mietvertrags-Check wird von zertifizierten Rechtsanwälten des ZDF-WISO Testsiegers yourXpert vorgenommen. Alle Anwaltsprofile und deren Qualifikationen können Sie hier einsehen.

Welche Leistungen enthält die Vertragsprüfung?

Ihr Mietvertrag wird von einem spezialisierten Rechtsanwalt formell und inhaltlich überprüft. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem Erkennen möglicher Fallstricke oder unvorteilhafter Klauseln, welche sich für Sie als Mieter nachteilig erweisen könnten. Rechtswidrige, rechtlich zweifelhafte oder für Sie aus Mietersicht verbesserungswürdige Vertragspassagen werden identifiziert und neue verbesserte Formulierungen oder Änderungen werden vorgeschlagen. Mit Hilfe des yourXpert-Vertragschecks können Sie dann die notwendigen Korrekturen des Vertrages bei Ihrem Vermieter einfordern.

Welche Unterlagen werden zur Prüfung benötigt und wie kann ich sie übermitteln?

Für die Prüfung wird der Ihnen vorliegende Mietvertrag benötigt. Die Übermittlung der Unterlagen funktioniert absolut sicher (SSL-verschlüsselt) und völlig unkompliziert über die Upload-Funktion. Hier können Sie Ihre Unterlagen ganz einfach hochladen, sodass diese dann direkt von Ihrem Anwalt eingesehen werden können

Was kostet die Mietvertragsprüfung?

Die Prüfung Ihres Mietvertrages innerhalb 24h kostet 84 € zzgl. 3,00 € Einstellgebühr, inkl. MwSt. In dringenden Fällen ist auch eine Beantwortung innerhalb 12h oder 4h möglich!

In manchen Fällen überschreitet eine Anfrage, z.B. aufgrund ihres Umfangs, den Wert des hier angegebenen Festpreises. Dann ist es dem Experten vorbehalten, Ihnen einen neuen Preis vorzuschlagen. Selbstverständlich liegt die Entscheidung, ob Sie das neue Angebot annehmen möchten, bei Ihnen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Wohnraummietvertrag und einem Gewerbemietvertrag?

Der Vertragszweck prägt den Vertragstyp. Konkret bedeutet dies, dass wenn der Mieter die Räume zwecks privaten Aufenthalts seiner Person und seiner Familienangehörigen anmietet, so besteht ein Wohnraummietverhältnis. Wenn hingegen, der Mieter die Räume für gewerbliche Interessen anmietet, so liegt ein Gewerbemietverhältnis vor. Wenn der Mieter die Räume zu Wohn- und Gewerbezwecken nutzt, so liegt ein Mischverhältnis vor. In diesem Fall muss geprüft werden in welchem Bereich das Mietverhältnis seinen Schwerpunkt hat. Sie besitzen einen Gewerbemietvertrag? Kein Problem: Hier Gewerbemietvertrag prüfen lassen.

Wann kann ich mit einem Prüfbericht rechnen?

Garantiertes Prüfergebnis innerhalb 24h, in dringenden Fällen ist auch eine Beantwortung innerhalb 12h oder 4h möglich!

Wer kann meinen Prüfauftrag lesen? Wird meine Anfrage öffentlich sichtbar sein?

Lediglich Sie und Ihr Anwalt können Ihre Anfrage lesen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist Ihre Anfrage zu keiner Zeit öffentlich einsehbar.

Welche Zahlungsmöglichkeiten habe ich?

Auf yourXpert stehen Ihnen folgende Zahlungsarten zur Verfügung:

  • Klarna Sofort Überweisung (Online Banking)
  • Kreditkarte (VISA, MasterCard)
  • PayPal
  • Vorkasse
  • Lastschrift
  • Rechnung

Sie können am Ende des Bestellprozesses Ihre gewünschte Zahlungsart auswählen. Für die einzelnen Zahlungsarten fallen keine zusätzlichen Gebühren für Sie an.

Bitte beachten Sie, dass die Zahlungsarten Vorkasse, Lastschrift und Rechnung nicht für alle Aufträge geeignet sind. Sollten Sie eine dieser drei Zahlungsarten bevorzugen, wenden Sie sich bitte VOR der Beauftragung an unseren Kund*innenservice unter 0761 21 609 789-0 oder kundenservice@yourxpert.de. Dieser steht Ihnen Mo-Fr von 9-18 Uhr zur Verfügung. Hierbei können Sie klären, ob die gewünschte Zahlungsart für Ihren Auftrag geeignet ist, beziehungsweise ob wir Ihnen diese in Ihrem Fall anbieten können.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Infoseite zu den Zahlungsarten.

Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung die Kosten für meine Beratung?

Welche Leistungen von Ihrer Versicherung abgedeckt werden, entnehmen Sie am besten Ihrer Police oder erfragen sie bei Ihrer Versicherung. Hier finden Sie weitere Informationen zur Kostenübernahme durch Ihre Versicherung.

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