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Allgemeine Steuerfragen zum Internationalen Handel

| Preis: 49 € | Umsatzsteuer
Beantwortet von Steuerberater Knut Christiansen

Als Händler kaufen wir weltweit ein.

Es gibt verschiedene Unternehmen und somit verschiedene Berechnungsmethoden.

Wir fragen uns folgende Punkte zum Thema Versteuerung:

1. Shopify (sitzt in Irland; also wäre ja das Reverse-Charge-Verfahren anzuwenden) sagt, dass sie keine Steuer auf ihre Rechnungen verlangen. Ihre Leistungen sind also Steuerfrei und demnach sagen sie, wir müssen auch keine abführen.
a) Bedeutet dies, dass wir keine Steuer an das Deutsche Finanzamt abführen müssen?

2. Ein Software-Unternehmen aus den USA mit welchem wir zusammen arbeiten, hat uns eine Rechnung gestellt auf den keine Steuer ausgewiesen ist. Müssen wir hier:
2.1. Steuer aufgrund des Reverse-Charge-Verfahren an das Deutsche Finanzamt zahlen oder
2.2. ist diese Rechnung ebenfalls Steuerfrei?

3. Wann genau ist das Reverse-Charge-Verfahren anzuwenden und wann nicht?

4. Gibt es eine Faustregel bei Internationalen Steuerfreienrechnungen? Wann ist eine Rechnung tatsächlich steuerfrei und wann ist eine Rechnung steuerlastig?


Guten Morgen und vielen Dank für die Beauftragung bei yourXpert. Ihre Fragen möchte ich Ihnen gerne im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten.

1) Grundsätzlich bestimmt sich bei Dienstleistungen zwischen Unternehmen in Deutschland und Unternehmen im Ausland der Ort der Leistung danach, wo der Leistungsempfänger seinen Sitz hat. Wenn Sie also eine Dienstleistung (keine Ware) aus dem Ausland empfangen, ist Leistungsort Ihr Firmensitz (also Deutschland). In dem Fall greift dann das Reverse-Charge-Verfahren. Das heißt Sie als Unternehmer müssen die Umsatzsteuer für den ausländischen Dienstleister anmelden, haben aber zeitgleich, sofern Sie vorsteuerabzugsberechtigt sind, einen Vorsteuerabzug in gleicher Höhe. Damit ergibt sich eine Zahllast von 0,- EUR. Der Sachverhalt führt zwar zu keiner Umsatzsteuerzahlung, muss aber in der Buchhaltung und in den Voranmeldungen korrekt erfasst werden. Die Steuerschuldnerschaft verlagert sich auf den Leistungsempfänger (in dem Fall auf Sie). Das hat den Hintergrund, dass sich ansonsten jeder Dienstleister nur für Umsatzsteuerzwecke in Deutschland registrieren müsste. Das wäre natürlich enorm aufwendig, so dass das Reverse-Charge-Verfahren angewendet wird.

2) Es gilt die gleiche Regelung wie unter 1)

3. Es ist immer dann anzuwenden, wenn Sie eine Dienstleistung aus dem Ausland für Ihr Unternehmen in Deutschland empfangen.

4. Gundsätzlich sind die Leistungen, die Sie empfangen steuerpflichtig. Allerdings wird die Umsatzsteuer beim Reverse-Charge-Verfahren nicht ausgewiesen, da diese vom Leistungsempfänger geschuldet wird. Wenn dieser Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, meldet dieser die Umsatzsteuer im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung an, kann aber in gleicher Höhe Vorsteuer geltend machen (also so, wie wenn er eine Rechnung aus Deutschland mit Umsatzsteuerausweis erhalten hat). Es ergibt sich dann keine Zahllast.

Ich hoffe Ihre Frage damit beantwortet zu haben, sonst stellen Sie gerne kostenfreie Rückfragen ein. Zudem freue ich mich über eine positive Bewertung, wenn Sie mit meiner Beratung zufrieden sind.

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche steuerliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste steuerliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Knut Christiansen
Steuerberater

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Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare
Kunde
27.11.2019 22:42 Uhr
Sehr geehrter Herr Christiansen.

erstmals vielen Dank für die Antwort.

Zu Punkt 4: Thematik Faustregel:
Das was Sie schildern ist doch altes Recht oder nicht? Ist es nicht so, dass seit Januar 2019 es eine Grenze von 10.000€ gibt und somit erst ab diesem Wert das Reverse-Charge-Verfahren anfällt?

Beispiel: Wir kaufen Software für 799 USD ein und möchten diesen an unseren Kunden 1-1 weiterverkaufen. Jetzt weist der US-Händler ja keine Steuer aus: wir wiederum müssten dies dann ja tun? Also 799 USD + 19% MwSt. Wäre dies richtig?

Unser Kunde ist ja eine e.V. und könnte die Software für 799 USD ohne Steuer runter laden und würde somit ohne uns besser da stehen, weil wir ja die Steuer berechnen müssen.


Mit freundlichen Grüßen
Knut Christiansen
28.11.2019 08:00 Uhr
Guten Morgen,

Sie meinen wahrscheinlich die MOSS-Regelung (Mini One Stop Shop). Diese Regel gilt insbesondere für elektronische Dienstleistungen, die an Privatpersonen erbracht werden. In dem Fall gilt als Leistungsort der Ort des Kunden. Das Unternehmen müsste sich also in dem Land des Kunden für steuerliche Zwecke registrieren.

Die Bagatellgrenze von 10.000 EUR gilt für Umsätze innerhalb der EU, die an Privatpersonen erbracht werden. In dem Fall ist Leistungsort das Land des Unternehmens, das die Leistungen ausführt.

Für Ihren Fall heißt das, dass das US-Unternehmen die Umsatzsteuer eigentlich in Deutschland abführen müsste, wenn der Privatkunde (Nicht-Unternehmer) die Software in Deutschland herunter lädt.

Bei Dienstleistungen zwischen Unternehmen bleibt es aber bei der Regel: Leistungsort ist dort, wo der Empfänger seinen Sitz hat (§ 3a Abs. 2 UStG). Sofern Sie die Software herunterladen, müsste ggfs. geklärt werden, ob Sie als Unternehmen dann einen günstigeren Preis erhalten, weil das US-Unternehmen ja keine USt in Deutschland zahlen muss. Sprich: eigentlich müssten Sie 799 EUR/1,19 = 671,43 EUR zahlen.

Hier noch eine Ergänzung zu dem Thema bei Haufe: https://www.haufe.de/finance/buchfuehrung-kontierung/umsatzsteuer-bei-elektronische-dienstleistungen_186_268808.html

Schöne Grüße!

Knut Christiansen