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(Zweit)Ausbildung Werbungskosten

| Preis: 44 € | Steuererklärung
Beantwortet von Steuerberater Bernd Thomas in unter 2 Stunden
Guten Tag,

unser Sohn (19) hat in 2017/2018 eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht und ist in 2018 und wird bis Mitte 2019 als Rettungssanitäter in Vollzeit berufstätig sein.
Im Herbst 2019 wird er ein 6jähriges Medizinstudium an einer privaten Universität in Österreich aufnehmen. Hier fallen erhebliche Studiengebühren (ca € 25Tsd/Jahr) und viele weitere Kosten an.
Meine Fragen:
1. Zählt das Studium als Zweitausbildung (auch: ist eine Rettungssanitäter-Ausbildung eine Erstausbildung, sie dauert ja nur 520 Stunden?)
2. Kann er die Studienkosten als Sonderausgaben in 2019 und dann auch während des Studiums absetzen (er wird aber zumindest während des Studiums eher nicht oberhalb des Grundfreibetrages verdienen)

3. Eigentlich die zentrale Frage: Kann er die Studienkosten als Werbungskosten angeben und einen Verlust generieren für Steuererklärungen im späteren Beruf?

4. Wenn die Antwort auf 3) „ja“ ist, zählt der Verlust dann nur für die erste Steuererklärung nach dem Studium? (mit mögl. niedrigem Grenzsteuersatz?). Oder „sucht“ man sich den Zeitpunkt aus?
5. Ist die Wahl des Hauptwohnsitzes (Deutschland/Österreich) während des Studiums hierfür von Interesse? Gibt es andere zu beachtende Voraussetzungen?
6. Ist von Interesse, ob tatsächlich er persönlich die Zahlungen abwickelt oder seine Eltern?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage aufgrund Ihrer Angaben im Rahmen einer Erstberatung auf yourXpert. Die Beantwortung erfolgt gemäß der von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben. Fehlende oder fehlerhafte Angaben können das rechtliche Ergebnis beeinflussen.

Eine Berufsausbildung i.S.d. § 9 Abs. 6 EStG liegt nach Auffassung der Finanzverwaltung dann vor, wenn Ihr Sohn mit einer Mindestdauer von zwölf Monaten vollzeitig auf Grund von Rechts- oder Verwaltungsvorschriften oder internen Vorschriften eines Bildungsträgers die notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse erwirbt, die zur Aufnahme der entsprechenden Tätigkeit befähigen und wenn er hierzu eine Prüfung erfolgreich abgelegt hat. Wenn eine Abschlussprüfung nicht vorgesehen ist, dann gilt die Ausbildung mit ihrer tatsächlichen planmäßigen Beendigung als abgeschlossen (BMF vom 04.11.2005, BStBl I 2005, S. 955).

Eine 520 Stunden umfassende Ausbildung genügt nicht diesen Anforderungen, da dies auf Vollzeit umgerechnet lediglich ca. 13 Wochen entspricht. Nach altem Rechtsstand hat der BFH die Rettungssanitäterausbildung noch anerkannt (BFH vom 27.12.2011, VI R 52/10, /10, BStBl II 2012, S. 825).

Es bestehen in der Literatur erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Verwaltungsauffassung (z.B. Schramm in Fuhrmann/Kraeusel/Schiffers, eKomm Bis VZ 2017, § 9  EStG Rz. 147 (Aktualisierung v. 28.1.2019)).

Somit kann man ggf. einen Ansatz als Werbungskosten oder Betriebsausgaben versuchen, jedoch ist die Anerkennung ungewiss.

Anderenfalls bleibt lediglich ein Ansatz als Sonderausgaben gemäß § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG möglich, dieser ist jedoch auf 6.000 € im Jahr begrenzt und führt nicht zu einem Verlustvortrag.

Drittaufwand ist dem Grunde nach nicht abzugsfähig, eventuell kann eine Zahlung durch die Eltern als "im abgekürzten Zahlungsweg" geleistete Zahlung dem Sohn zugerechnet werden, jedoch empfehle ich eher eine Zahlung direkt vom Konto des Sohnes, wenn diese dem Sohn zweifelsfrei zugerechnet werden soll.

Der Verlust ist jeweils zunächst mit den positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten des laufenden Jahres zu verrechnen, darüber hinaus vorgetragener Verlust wird jeweils im Folgejahr verrechnet, nur wenn darüber hinaus noch Verlust übrig ist, geht dieser in das nächste Jahr. Hier besteht keinerlei Wahlrecht. Damit verpuffen viele Verlustvorträge im ersten Jahr der Berufstätigkeit nach Abschluss des Studiums.

Solange Ihr Sohn in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist, kann er die Werbungskosten oder Betriebsausgaben in seiner deutschen Steuererklärung geltend machen, wenn er das Ziel hat, durch das Studium sich für eine Berufstätigkeit in Deutschland zu qualifizieren. Ein Sonderausgabenabzug ist nur möglich, wenn Ihr Sohn in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist. Unbeschränkte Steuerpflicht dürfte jedoch in aller Regel bestehen bleiben, solange Ihr Sohn noch bei Ihnen wohnt, auch wenn er während des Semesters auswärtig am Studienort untergebracht ist.

Falls Ihr Sohn nicht mehr steuerlich als Kind zu berücksichtigen ist, können Sie gegebenenfalls die Zahlungen durch die Elten als Unterhalt in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Solange er jedoch unter 25 und Student ist, wird er in der Regel als Kind zu berücksichtigen sein

Sollte Ihr Sohn in Österreich steuerpflichtig werden, kann er ggf. in Österreich bestimmte Studienkosten geltend machen. Dies wäre mit einem österreichischen Steuerberater zu erörtern.

Gerne stehe ich Ihnen für eine Rückfrage zur Verfügung und im Übrigen würde ich mich, für den Fall, dass Sie mit meiner Beratung zufrieden waren, über eine positive Bewertung hier auf yourXpert sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Thomas
Steuerberater

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