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Fragen zur Umsatzsteuer

| Preis: 120 € | Umsatzsteuer
Beantwortet von Steuerberater Tomasz Malissa

Sehr geehrte Damen und Herren,

der in GB ansässige Unternehmer T hat eine GB-USt-ID.
T betreibt über amazon einen online-shop, über den an deutsche Endkunden Produkte ver-kauft werden (also B2C).
Die Produkte werden in Deutschland vom Unternehmer C (mit deutscher USt-ID) angefertigt und bei C auf Lager gelegt. Es erfolgt keine Lieferung, nach Fertigung geht das Produkt je-doch in das Eigentum von T über.
Wenn ein Kunde bei T ein Produkt bestellt hat, beauftragt T den C mit der Versendung des Gegenstandes direkt an den deutschen Endkunden. C versendet das Produkt per Post.
T schreibt eine Rechnung direkt an den Endkunden.
Einmal monatlich nachträglich schreibt dann C eine Rechnung an T. In dieser Rechnung wer-den abgerechnet:
• Die im jeweiligen Monat von C an die Endkunden ausgelieferten Produkte
• Die von C hierfür erbrachten Dienstleistungen (Verpacken und Versenden der Produk-te)
Fragen:
1. Wie werden diese beiden Sachverhalte:
• B2C unter Einschaltung des C
• Abrechnung des C mit T
umsatzsteuerlich behandelt?
2. Wie kann/muss der Nachweis geführt werden, dass die Produkte im Zeitpunkt der Auslie-ferung im Eigentum von T stehen?
3. Wie wäre die umsatzsteuerliche Behandlung, wenn die Produkte im Zeitpunkt der Auslie-ferung noch im Eigentum von C stehen würden, die Produkte aber trotzdem von T an den Endkunden fakturiert würden?

Viele Grüße
H.K.

Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auch aufgrund Ihrer Angaben und vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes im Rahmen einer Erstberatung auf yourXpert gerne beantworte. Die Beantwortung erfolgt gemäß der von Ihnen vorgenommen Sachverhaltsschilderung. Fehlende oder fehlerhafte Angaben zu den tatsächlichen Verhältnissen können das rechtliche Ergebnis durchaus beeinflussen.

Frage 1:
Mit der Lieferung der Produkte an deutsche Endkunden mit einer Warenbewegung ausschließlich im Inland erzielt T steuerbare und steuerpflichtige Lieferungen im Inland (Deutschland). T muss sich umsatzsteuerlich in D registrieren.
C erbringt mit der Lieferung der Produkte (Eigentumsübergang bzw. Verschaffung der Verfügungsmacht) an T steuerbare und steuerpflichtige Lieferungen im Inland (Deutschland).
C erbringt mit der Verpackung und Versendung der Produkte für T an T eine sonstige Leistungen deren Ort dort ist, von dem aus der Leistungsempfängers sein Unternehmen betreibt. (Großbritannien). Die Leistung ist als innergemeinschaftliche Leistung im Inland steuerfrei bei Umsatzsteuerschuld des Leistungsempfängers.

Frage 2:
Der Nachweis des Eigentums wird über die Vertragsbedingungen des Werkvertrages bzw. über die Rechnungsstellung mit entsprechenden Incoterms (Lieferbedingungen) nachgewiesen.

Frage 3:
Die Eigentumsverhältnisse spielen beim Ort der Lieferung und damit der Umsatzsteuerpflicht bei Lieferung im Inland ohne Ausfuhr keine Rolle. Die Lieferung der Produkte ist steuerbar und steuerpflichtig im Inland (Deutschland).

Kommentar:
Eine steuerliche Registrierung des T in Deutschland ist nach einer Ersteinschätzung nicht zu umgehen, wenn T direkt an Endkunden fakturiert. Wenn C im Inland an den Endkunden fakturieren würde, könnte C an T über eine sonstige Leistung abrechnen, die im Inland als innergemeinschaftliche Leistung steuerfrei wären bei Umsatzsteuerschuld der Leistungsempfängers. Hierbei müsste sich T nicht in Deutschland umsatzsteuerlich registrieren.

Gerne stehe ich Ihnen für eine Rückfrage zur Verfügung und im Übrigen würde ich mich, für den Fall, dass Sie mit meiner Beratung zufrieden waren, über eine positive Bewertung hier auf yourXpert sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Tomasz Malissa
Steuerberater

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Super. Meine Fragen waren etwas komplex. Trotzdem kamen innerhalb des zugesagten Zeitraums von 6 Stunden kompetente Antworten. Sehr empfehlenswert. verifiziert

Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare
Kund*in
Hallo Herr Malissa, vielen Dank für Ihre kompetenten Darstellungen. Können Sie mir noch kurz darlegen, wie ich Ihren Kommentar verstehen kann:
1. Sie schreiben, wenn C an den Endkunden fakturieren würde: aber die Produkte sind doch im Eigentum von T, da kann doch C nicht Rechnungsaussteller sein?
2. und welche "sonstige Leistung" könnte C in diesem Fall an T abrechnen?
Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
H.K.
ebenfalls Steuerberater, auf diesem Gebiet aber nur mäßig kompetent :-)
08.06.2020 13:10 Uhr
Tomasz Malissa
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Zu Ihrer Nachfrage 2 die auch Bezug zu Frage 1 hat.
Hier muss ich mich korrigieren. T könnte eine sonstige Leistung an C abrechnen (nicht C an T), nämlich über eine Lizenzierung über den Verkauf des Produkts. Dann gäbe es auch die Problematik mit den Eigentumsverhältnissen nicht, die wie sie richtig sagen, ohne Eigentumswechsel nur über eine Kommisionsverhätlnis realisierbar wäre, welches aber m.M. nach wieder eine Lieferung von C an T im Inland bewirken würde.

Gerne können Sie noch weitere Rückfragen zu diesem spannenden Thema stellen.

Viele Grüße
Tomasz Malissa
08.06.2020 14:43 Uhr
Kund*in
Hallo Herr Malissa,
vielen Dank für Ihre Antwort. "Spannendes Thema", ja, das haben Sie nett ausgedrückt. In der Tat.
Mein Mandant bespricht die Sache nun intern, ggf. würde ich nochmals auf Sie zukommen.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
H.K.
13.06.2020 07:21 Uhr

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