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Einschläferung wegen Anämie (?)

| Preis: 24 € | Tierarzt
Beantwortet von Tierärztin Susanne Menke

Hallo Frau Menke,

ich muss mal meine Trauer niederschreiben und wende mich daher an Sie bzw. würde mich über Ihre "Zweitmeinung" sehr freuen.

Wir mussten am 14.11. unsere geliebte Katze einschläfern lassen mit der Begründung einer Blutarmut (das Blutbild ist anbei). Sie wurde „nur“ 13 Jahre alt… 

Nun, wie kam es dazu…
Alles fing damit an, dass sie eines frühen Abends von ihrem alltäglichen Freilauf zurück kam und mit ihrem Hinterteil humpelte bzw. ab und an sogar umfiel.
Wir haben uns nichts bei gedacht und sie erstmal ein paar Tage in Ruhe gelassen. Wir dachten, sie habe sich irgendwo versprungen oder ist doof aufgekommen (sie klettert gerne öfters mal auf unsere Bäume).
Aber nach 2-3 Tagen kam sie nicht mehr wie gewohnt in der Regelmäßigkeit zu uns eine Etage tiefer um sich ihre Streicheleinheiten zu holen oder einfach nur bei uns zu sein. Sie verblieb in der 1. Etage in unserem Wohnzimmer, mal auf der Couch, Sessel oder Computertisch und bewegte sich nicht mehr viel oder wie gewohnt. Wir dachten wir lassen sie noch weiter auskurieren und die Knochen erholen sich vielleicht noch die kommenden Tage, aber dem war nicht so.
Sie wollte immer aufstehen wenn ich sie besucht habe, aber selbst beim Hinterteil strecken kippte sie immernoch hinten weg. Sie war vom Körperbau her hintenrum schon sehr „eingefallen“, das war aber die letzten Monate auch schon so.
Nun, das Fressen und Trinken wurde immer weniger bzw. im Verlauf dieser 1 Woche wollte sie schon fast gar nichts mehr zu sich nehmen. Nur noch wenn man es ihr quasi vors Mäulchen gestellt hat. Sie kam in dieser Zeit glaube nur noch 1x die Etage runter und nach kurzer Zeit ging sie wieder hoch, aber wie sie die Treppen hoch ging… das Bild kann man sich nicht vorstellen. Das war eine reinste Tortur. Normal rennt sie die Treppen hoch und runter.
Den Tag später haben wir ihr wieder das Fressen und Trinken auf die Couch gestellt und nach ein bisschen Weichfutter hat sie das direkt wieder rausgebrochen…
Danach kämpfte sie sich irgendwie nochmal auf den Computertisch (aber nun mithilfe des Stuhles, vorher ist sie immer so drauf gesprungen), verkroch sich in eine Art Nische neben dem Monitor und starrte mehr oder weniger durchweg die Wand an. Ihre Pupillen waren auch in dieser ganzen Zeit ununterbrochen ziemlich erweitert, selbst bei Lichteinfall. Normal ist das ja glaube nur bei Dunkelheit (?).
Am nächsten Tag wurde es aber noch schlimmer, sie verließ den ganzen Tag nicht mehr ihr Plätzchen auf dem Sessel und starrte einen nur noch mit großen Augen an wenn man zu ihr ging. An Fressen und Trinken war gar nicht mehr zu denken. Wir hoben sie dann mal aus dem Sessel um zu sehen wie sie sich verhält. Da wollte sie ein paar Schritte versuchen zu laufen aber nach gefühlt 2 Schritten legte sie sich wieder hin. Sie hatte Herzrasen, aber sichtlich aus der Puste war sie nicht.

Dann schrillten bei uns erst die Alarmglocken und haben sofort beim Tierarzt angerufen und haben die Sache auch telefonisch vorab geschildert. Es war schon abends 17:30 Uhr und somit konnten wir erst am nächsten Tag mit ihr dahin fahren.

Am nächsten Tag in der Praxis haben wir unsere Katze vorgestellt und es wurde auch sofort ein Blutbild gemacht, da der Ärztin ihr Verhalten direkt komisch vorkam (konnte auf dem Tisch kaum stehen bzw. sitzen und legte sich sofort hin wenn sie zum Test mal 2-3 Schritte laufen sollte).
Nach 10 Minuten kam sie wieder mit der Aussage „Ich hatte es befürchtet.“ Sie hatte kaum bzw. quasi gar keine roten Blutkörperchen im Blut. Und auch diverse andere Werte waren dermaßen im Keller, sodass sie unserer Katze kaum noch Hoffnung machte. Die einzige Dauerlösung wäre eine Bluttransfusion, aber das wäre mit mehreren Klinikaufenthalten und viel Stress verbunden gewesen. Sie sagte auch, es gäbe keine Garantie, dass die Katze mit den Werten die nachfolgenden Narkosen/Untersuchungen überleben würde. Meine Eltern und ich wollten ihr die weiteren Strapazen ersparen und haben schweren Herzens und mit Tränen in den Augen einer Einschläferung zugestimmt. Ich hielt sie auf meinem Arm, damit die Ärztin ihr die Beruhigungsspritze geben konnte.
Ich konnte zuvor ihr rasendes Herzchen vernehmen und sie hatte eine ganz flache, schwache Atmung. Als ob sie wüsste, dass es nun zuende geht…
Nachdem sie eingeschlafen war, legte ich sie auf ihre Decke im Katzenkörbchen und wir konnten noch gut 10 Minuten zum Abschied bei ihr sein. Als dann die Ärztin mit der Überdosis Narkose reinkam, verließen wir den Raum, da wir uns ihre „letzten Atemzüge“ nicht antun wollten. Ob es richtig oder falsch ist, weiß ich nicht. Es tat ohnehin schon sehr weh diese Entscheidung getroffen zu haben.
Danach haben wir sie im Körbchen in einer Decke eingewickelt wieder mit nach Hause genommen und am nächsten Nachmittag bei uns im Garten begraben.

Nun sind mittlerweile zwei Wochen vergangen, aber ich mache mir seitdem auch schwere Vorwürfe, dass wir nicht früher auf die Gedanken gekommen sind mit ihr zum Tierarzt zu fahren. Das macht mir am meisten zu schaffen. Die Ärztin meinte, dass der Prozess einer Blutarmut schleichend kommt und wir selbst eine Woche früher die gleiche Diagnose bekommen hätten.


Jetzt die eigentliche Frage:

Wie kann so eine Krankheit entstehen bzw. wie kann sie doch so urplötzlich ausbrechen? Es gibt ja glaube viele Möglichkeiten, aber eine exakte Meinung hat die Ärztin nicht abgegeben.
Das Blutbild ist nach meiner (Laien-)Ansicht schon erschreckend, aber war hier in diesem Fall eine Einschläferung auch dementsprechend sinnvoll?
Unsere Katze war quasi seit klein auf Freigänger und wurde auch schonmal von anderen Katzen/Tieren in der Umgebung angegriffen. Im Frühjahr kam sie sogar mal mit einer Wunde am Schwanz wieder (sah wie seitlich ein Stück abgebissen aus – Haare und Haut fehlten), aber wurde sofort entsprechend von uns behandelt und es verheilte auch wieder komplett.

Sie fehlt uns nun so sehr… es ging hinterher eigentlich alles so schnell und dabei dachten wir erst an eine Art Hüftverletzung…
Ich komme immernoch nicht über diesen, doch sehr schnellen, Verlust hinweg.

Viele Grüße
Maik





P.S. Meine Eltern sagten mir, dass sie vor gut einem Jahr schon damit begonnen hat desöfteren die Pflastersteine vorm Haus abzulecken. Im Haus hat sie nichts abgeleckt. Hätte das zusätzlich zu meiner eigentlichen Frage was zu bedeuten?
Sie war in ihrem Leben noch nie (außer Sterilisation) beim Tierarzt gewesen, da sie immer einen total fitten Eindruck gemacht hat und wir deswegen nie einen Grund dazu hatten.


Sehr geehrter Maik, 

da ich mich zur Zeit im Urlaub befinde, kann ich Ihre Frage erst am 03.12.19 beantworten.

Mit freundlichen Grüßen 

Susanne Menke

-praktische Tierärztin-

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Sie ist auf meine Fragen gut und ausführlich eingegangen und hat stets auf meine Rückfragen/Kommentare zeitnah reagiert.

Gerne komme ich in weiteren Fällen wieder auf sie zurück!

Kommentare

Insgesamt 7 Kommentare
Kunde
29.11.2019 11:43 Uhr
Hallo Frau Menke,
íst in Ordnung. In meinem Fall ist ja auch keine Eile (mehr) geboten. Vielen Dank & schönen Resturlaub!

Viele Grüße
Maik Stecher
Susanne Menke
03.12.2019 17:49 Uhr
Hallo Maik,
ich weiß genau, wie Sie sich fühlen, nicht nur weil ich Tierärztin bin, sonder selber schon viele Male Abschied von einem geliebten Mitbewohner nehmen musste. Im Falle Ihrer Katze sieht das Blutbild tatsächlich schlimm aus und ich bin sicher, Sie und Ihre Eltern haben ihr viel Leid erspart. Es bringt Ihre Katze leider nicht zurück, wenn Sie sich fragen, ob Sie mehr für sie hätten tun können. Eine , wie wir Tierärzte sagen “infauste” Prognose ist nicht mehr rettbar und in solch einem Falle ist die Entscheidung zum Erlösen des Tieres die schwerste aber auch beste Entscheidung für’s Tier und NUR das ist wichtig.
Denken Sie daran, dass die Natur nicht anders entschieden hätte.
Ich wünsche Ihnen alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen
Susanne Menke
-parkt. Tierärztin-
Kunde
04.12.2019 16:24 Uhr
Hallo Frau Menke,
vielen Dank für Ihre zeitnahe Rückmeldung! Im Nachhinein denken wir auch, dass wir ihr wahrscheinlich sehr viel Leid erspart hätten. Nur was uns kurz nach der Diagnose so fertig gemacht hat, war, dass sie so urplötzlich von einem auf den anderen Tag so abgebaut hat und im Prinzip nach dem 1. Tierarztbesuch direkt eingeschläfert hatten.

Wie kommt eine solche Anämie zustande? Kann sie schon bei ihr eine lange Zeit im Körper gewesen sein und ist am beschriebenen Tag so einfach ausgebrochen sein? Könnte es auch an dem Biss an ihrem Schwanz ausgelöst worden sein, obwohl es nach einer Woche schon komplett wieder verheilt war?
Ich mein, sie ist die Tage vor dem 1. Humpeln noch auf jegliche Bäume gesprungen usw. und war voller Tatendrang - also voller Lebensfreude wie immer.

Ich denke, selbst wenn wir diese 1 Woche nicht noch gewartet hätten mit dem Tierarztbesuch, dann wäre wahrscheinlich kein positiveres Blutbild raus gekommen..?

Viele Grüße
Maik Stecher
Susanne Menke
04.12.2019 18:55 Uhr
Eine Anämie kam zahlreiche Ursachen haben, am wahrscheinlichsten halte ich eine Viruserkrankung, wie Leukose, FIP oder Katzenaids, die dann tatsächlich zeitgleich ausgebrochen ist. Für eine genaue Diagnose hätte es aber weiterer Untersuchungen bedurft. Ggf sprechen Sie Ihre TIerärztin nochmal an.
MfG
Susanne Menke
-prakt.Tierärztin-
Kunde
06.12.2019 10:29 Uhr
Guten Morgen Frau Menke,
auch hierfür nochmal vielen Dank für Ihre Rückmeldung!
Eine letzte Rückfrage hätte ich noch an Sie:

Sie sprechen u.a. von einer Viruserkrankung, Katzenaids, FIP usw...
Die Vorwürfe die wir uns bisher immer noch ein wenig machen, sind die, ob man gegen diese angegebenen Krankheiten die Katze hätte im jungen Alter impfen können? Gegen Tollwut (und glaube auch Katzenseuche) war sie geimpft.

Und hätte eine jährliche Routineuntersuchung bei einem Tierarzt womöglich die Anämie "verhindern" oder zumindest eine rechtzeitige Vorsorge gemacht werden können? Da wir, wie schon gesagt, nur 1x mit ihr beim Tierarzt (zur Sterilisation) waren und sie bis fast zum letzten Tag immer topfit wirkte, haben wir nie Tierarztbesuche mit ihr vorgenommen.

Viele Grüße & schönes Wochenende
Maik Stecher
Susanne Menke
06.12.2019 13:52 Uhr
Ja, gegen Leukose und FIP kann man impfen, gegen FIV nicht. Und beide Impfungen machen nur Sinn, wenn durch Voruntersuchungen ausgeschlossen ist, dass die Katze die Viren bereits in sich trägt Wenn das nicht der Fall ist , ist eine Impfung tatsächlich schützend und sinnvoll.
Ich als Impfverfechter rate immer dazu, Freigänger jährlich untersuchen zu lassen, zu impfen ( mindestens gegen Tollwut, Katzenseuche und Katzenschnupfen ) und 3-4 x im Jahr zu entwurmen.
Schönes WE. LG
Susanne Menke
-prakt.Tierärztin-
Kunde
09.12.2019 15:40 Uhr
Alles klar, vielen lieben Dank für Ihre Ausführungen!
Leider macht man sich immer erst die ganzen Gedanken, wenn es schon zu spät ist. Und da die Katzen ja bekanntlich ihre Krankheiten verbergen, hatten wir nie Option empfunden mal zum Tierarzt zum Check zu gehen.
Aber aus Fehlern lernt man bekanntlich auch... auch wenn man die Katze damit nicht mehr zurückholen kann. Vielleicht hätte sie noch leben können, vielleicht hat sie die Krankheit schon ewig in sich gehabt und ist erst vor kurzem ausgebrochen. Jedenfalls werden wir beim nächsten Freigänger mehr Wert auf entsprechende Impfungen bzw. Kontrollen beim Tierarzt legen.

Mal angenommen ich hätte sie vor 1-2 Jahren zur Untersuchung gebracht, hätten die Blutwerte da auch schon schlecht/bedenkenswert sein können? Und bei einer frühzeitigen Diagnose hätte man wahrscheinlich eine Bluttransfusion bzw. weitere Untersuchungen in Erwägung ziehen können?

Viele Grüße
Maik Stecher