Hier ein paar wichtige Tipps, die Sie dabei beachten müssen:

Zunächst einmal ein Appell: Kaufen Sie keinen Hund aus dem Internet oder der Zeitung, wenn Sie die Quelle nicht zuverlässig kennen!

Gerade ist es wieder durch die Medien gegangen, aber wir Tierärzte kennen das Problem schon länger: Arme, geschundene Kreaturen werden gewaschen und gekämmt, im Internet angepriesen und womöglich auf einem Parkplatz übergeben.
Erst nach einigen Tagen stellen Sie fest, dass das arme Tier krank ist und Ihr Händler ist nicht mehr auffindbar.
Auch wenn es hart klingt: lassen Sie sich nicht von Ihrem Mitleid hinreißen: Sie ermuntern damit skrupellose Menschen, Hündinnen in einem dunklen Verschlag zu halten und sie permanent Junge kriegen zu lassen, diese ihr dann auch noch viel zu früh wegzunehmen, damit sie gewinnbringend verkauft werden können.

Dieser „Hundemarkt“ ist inzwischen riesig geworden: Die Händler haben so gut wie keinen Aufwand, weil sie Ihre Tiere nicht versorgen, teilweise sogar nicht richtig füttern und bekommen für jeden Welpen mehrere Hundert Euro...
Machen Sie sich bewußt: Ihr Mitleid wird ganz gezielt ausgenutzt!
Ein entschlossenes „Nein“ hierzu und der Nichtkauf eines solchen Hundes kann dazu beitragen, manche Quälerei zu beenden, wenn diese Leute merken, dass sie damit keinen Erfolg mehr haben. Das was Sie sich hier am Kaufpreis einsparen, werden Sie dann zum Tierarzt tragen müssen....

Ein aktueller Literaturhinweis hierzu: "Die Welpenmafia, Wenn Hunde nur noch Ware sind", von
Christopher Posch, Gerda Melchior und Volker Schütz

Was also tun, um zu einem gesunden vierbeinigen Hausgenossen zu kommen:

Überlegen Sie sich, wieviel Platz Sie zuhause haben, wieviel Zeit sie haben und wie Ihre Familiensituation ist: Partner, Kinder, Großeltern etc.

Machen Sie sich über die verschiedenen Rassen kundig: Welche passt zu Ihnen und Ihrer Situation? Welche Größe soll der Hund haben? Es macht wenig Sinn, sich im 4. Stock ohne Lift eine Dogge zuzulegen: Sie haben oft im Alter Gelenkprobleme und Sie hätten ein Tier mit u.U. 60kg dass Sie die Treppe auf und ab tragen müssten....
Welches Wesen soll er haben? Können Sie einen bewegungsfreudigen Hund ausreichend beschäftigen oder brauchen Sie eher einen ruhigen, kinderlieben Typ?

Fragen Sie ihren Tierarzt: Oft betreuen die Tierärzte gute Züchter und kennen sich auch mit den meisten Rassen gut aus. Wenn Sie mögen, können Sie auch mich über diese Plattform kontaktieren und ich kann Ihnen noch ein paar detailliertere Tipps geben.

Setzen Sie sich mit den Zuchtverbänden in Verbindung: Dort bekommen Sie Züchteradressen. z.B. VDH, RVD etc.

Haben Sie sich für eine Rasse entschieden: Dann nehmen Sie sich viel Zeit für die Entscheidung!!!

Besuchen Sie mehrere Züchter, lassen Sie sich die Elterntiere zeigen, sprechen sie ausführlich mit ihm!
Wichtige Kriterien für einen guten Züchter sind: Er/sie gibt ihnen den Hund nicht leichtfertig und frägt hartnäckig nach Ihren Lebensumständen. Die Hunde leben in der Familie, die Hündinnen brauchen nicht mehrmals im Jahr zu werfen, sind geimpft, entwurmt, ebenso die Welpen, sobald sie alt genug sind. Sie bekommen einen Kaufvertrag und eine Quittung. Nicht zuletzt sollten er/sie sympathisch sein und bereit sein, den Hund zurückzunehmen, falls er doch krank sein sollte.

Sie möchten lieber einen Mischling aus dem Tierheim?

Hier gilt ähnliches: Fragen Sie dort nach dem Charakter des Tieres, die Pfleger können Ihnen dort sicher einiges sagen.
Allerdings sollten Sie von dort einen Hund erst nehmen, wenn sie sich mit Hunden schon auskennen, oder viel Literatur gelesen haben und bereit sind, mit dem neuen Genossen in die Hundeschule zu gehen.
Oft weiß man nicht, welche Erfahrungen so ein Tier mitbringt, und gerade wenn es Ihr erster Hund ist, sollten Sie beide Unterricht nehmen.
Wenn Sie Familie haben: Suchen Sie mit der gesamten Familie den Hund aus: schließlich müssen alle mit ihm auskommen.
Zu guter letzt: Gehen Sie sofort mit dem neuen Hund zum Tierarzt: Nur so können Sie beim Züchter/Tierheim reklamieren, wenn etwas gravierendes festgestellt wird.