Neue Entscheidung des OLG Rostock: Es kam zu einem schweren Autounfall mit einer Kollision an Bäumen. Eine Mitfahrerin war nicht angeschnallt. Sie erlitt schwere Verletzungen. Gezahlt wurden nur 30.000 Euro, die Geschädigte verlangte über 300.000 Euro. Das LG hatte dies abgewiesen und die 30.000 Euro für genügend erachtet. Dabei hat das LG wohl zu streng geurteilt, denn nur weil die Beifahrerin nicht angeschnallt gewesen war, fällt die Mitverschuldensquote glücklicherweise nicht so hoch aus. Das OLG Rostock hat nämlich den Vorgang anders bewertet. In seiner Pressemitteilung heißt es: Abweichend vom Landgericht hat der Senat nunmehr entschieden, dass die Mitverursachung nicht danach zu bemessen ist, welche unfallbedingten Verletzungen der Klägerin aus dem nicht angelegten Sicherheitsgurt resultieren. Vielmehr hat eine Gesamtbetrachtung der Schadensentstehung und eine Abwägung aller Umstände zu erfolgen. Um eine so zu bildende Mithaftungsquote sind dann die Ansprüche zu kürzen.

Vorliegend hat der Senat die Mitverursachung der Klägerin mit 1/3 bemessen, weil der Anteil des Unfallverursachers, der die zulässige Geschwindigkeit von 80 km/h um mehr als 25 % überschritten und eine Kurve geschnitten hatte, deutlich überwogen habe.