Gesundheit und Krankheit bei Wellensittichen, Kanarienvögeln und Zebrafinken

Von Ariel Landsman, Vet.C. (Tierheilpraktiker)

Warum ist es wichtig, die Symptome einer Vogelkrankheit zu kennen? Sobald Sie Ihren individuellen Hausvogel, z.B. einen Wellensittich, Kanarienvogel oder Zebrafinken gefunden haben, müssen Sie selbst erkennen können, ob etwas nicht in Ordnung ist.

Denn Sie sollten in der Lage zu sein, frühzeitig Hilfe zu erhalten. Das ist der beste Weg, um Ihrem Hausvogel zu helfen, wenn er krank wird. Das erste, was Sie tun müssen, ist, Ihren Vogel genau zu beobachten, damit Sie wissen, was für ihn normal ist. Dann werden Sie erkennen, wenn etwas abweicht und  "seltsam" erscheint. 

Beginnen wir also mit den Anzeichen eines gesunden, glücklichen Hausvogels.

Anzeichen für einen gesunden Vogel:

Federn: saubere, glatte und schöne, helle, scharfe Markierungen.

Haltung: aufrecht, natürlich und wachsam.

Schnabel: Müsli, Augen und Füße ohne Ausfluss oder Rauheit bzw. Wucherungen.

Gefieder am unteren Rumpf: sanft glänzend, ohne Kotansammlung oder Spuren davon.

Atmung: glatt und regelmäßig, nicht schneller als sonst oder mühsam (keuchend), nicht laut.

All diese Dinge deuten auf einen gesunden, glücklichen Vogel hin. Der andere Faktor ist das Verhalten Ihres Vogels. Er kann sein Verhalten ändern, ruhiger oder unruhiger werden, mehr schlafen, zum Beispiel, bevor irgendwelche körperlichen Symptome auftreten. Daher ist es auch wichtig, dass Sie die normale Routine und das Verhalten Ihres Vogels gut kennen. Denn nicht jeder Vogel ist gleich. Was oft wegweisend sind, sind Abweichungen vom “Normal” des eigenen Vogels.

Denken Sie daran, dass die üblichen Hausvögel in der Natur zu den Beutetieren gehören und eines der Merkmale, die damit einhergehen, ist, vorzugeben, dass es ihnen gut geht, auch wenn sie es ihnen schlecht geht. Wenn ein Vogel also krank aussieht, ist er meist tatsächlich schwer krank, zu schwach um Gesundheit vorzutäuschen.

Symptome von Erkrankung:

Irgendwann wird es wahrscheinlich etwas geben, das mit der Gesundheit Ihres Vogels schief geht. Es ist daher eine gute Idee, einen Erste-Hilfe-Koffer zur Hand zu haben, er kann Ihrem Haustier das Leben retten!

Federn und Haut: ein kranker Hausvogel sitzt oft mehr als normal aufgeplustert. Er mag ansonsten normal erscheinen, aber etwas “aufgepuffter”. Das kann daran liegen, dass er eine zu niedrige Temperatur hat und versucht, warm zu bleiben. Wenn es ihm schlechter geht, wird er weniger aktiv und scheint viel zu schlafen. Wenn Ihr Hausvogel sehr krank ist, kann er mit geschlossenen Augen aufgeplustert sitzen, als ob er schläft, aber ohne seinen Schnabel unter seinen Flügeln zu verstecken, wie es beim normalen Nachtschlaf üblich ist.

Probleme mit der Haut oder den Federn sind oft auf Parasiten, Viren oder Bakterien zurückzuführen. Hier muss der Tierarzt vor Ort aufgesucht werden!

Haltung: diese knüpft ein wenig an die Federn an, wirkt aufgelockert und ist stärker gebeugt als sonst. Manchmal hängen die Flügel und/oder der Schweif herunter, so dass der Vogel müde und schwach wirkt. Auch dies kann ein Zeichen dafür, dass die Dinge ernsthaft nicht in Ordnung sind.

Schnabel, Augen und Füße: hier gibt es ein paar Dinge zu beachten. Das erste ist jeder Ausfluss aus dem Schnabel, den Nasenlöchern und den Augen. Diese können die Federn um das Gesicht herum nass und schmutzig machen. Achten Sie auch auf Niesen, Husten usw. Überprüfen Sie diesen Bereich regelmäßig auf Wachstum und Rauheit oder schuppig aussehende Teile. Probleme können hier auf Parasiten oder Atemwegserkrankungen zurückzuführen sein. 

Schauen Sie sich auch Informationen über das Schneiden von Schnabel- und Zehennägeln an.

Kot: das offensichtlichste Zeichen sind hier schmutzige Federn, die durch Durchfall verursacht werden. Auch Blut und andere deutliche  Veränderungen im Kot müssen sehr zeitnah vom Tierarzt vor Ort überprüft werden. Schwere und anhaltende Probleme können auf Bakterien, Viren oder Parasiten zurückzuführen sein. Einfacher, schnell vorübergehender Durchfall kann auch nach dem Füttern von stark wasserhaltigem Obst und Gemüse vorkommen.

Atmung: stellen Sie sicher, dass Sie es gewohnt sind, wie Ihr Vogel normalerweise atmet. Wenn er keucht, schneller als üblich oder sogar weniger als üblich atmet, dann ist das ein Zeichen von Problemen. Ein Hausvogel zeigt oft ein Wippen der Schwanzfedern, wenn er Atembeschwerden hat.

Wenn Ihr Vogel Symptome einer Erkrankung aufweist, sollten Sie sich schnell veterinärmedizinisch beraten zu lassen. Wenn Sie einen Vogeltierarzt finden, ist dies ideal, da viele Tierärzte nicht viel Erfahrung mit kleinen Vögeln haben. 

Falls dies nicht möglich ist, dann ist ein jeder generelle Tierarzt die nächstbeste Wahl. 

Stellen Sie sicher, dass Sie einen Tierarzt gefunden haben, bevor Sie ihn brauchen! Sie sollten nicht erst versuchen, einen zu suchen, wenn Ihr Haustier bereits leidet.

Vor allem: seien Sie ein wachsamer Beobachter! Damit helfen Sie auch dem professionellen Helfer im Fall der Fälle.

Ariel Landsman 

August 2017

Keine Gewähr!