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Kaninchenexperte gesucht Differentialdiagnose Encephalitozoon Cuniculi

| Preis: 50 € | Tierarzt
Beantwortet von Tierärztin Dr. Ruth Rosenberg

Vorab: Ich weiß, dass eine Ferndiagnose schwierig ist, erhoffe mir jedoch, dass jemand eine wertvolle Beobachtung macht oder einen Ratschlag hat, welcher vielleicht noch eine neue Perspektive eröffnet. Unserem kleinen Patienten muss möglichst Stress erspart bleiben, welcher seinen Zustand verschlimmern würde. Eigentlich würde ich ihn gerne Röntgen lassen oder ein CT machen lassen, habe aber Angst, dass ihn das in seinem Zustand in Lebensgefahr bringen würde.

Ich habe einige Fotos und Videos hochgeladen, welche mit Datum und teilweise Kurzinfos versehen sind:

https://www.flickr.com/photos/29116597@N04/with/32467093414/


Vorgeschichte:

Jakob ist im Dezember 3 Jahre alt geworden. Wir haben Jakob mit 7 Monaten von einer Kaninchenhilfe adoptiert. Er war bisher immer gesund und sportlich, er hatte bisher nie irgendwelche Krankheitszeichen gezeigt.

- 8.Oktober 2016: Jakobs Partnerin Emmy stirbt mit einem Schrei vor Angst und Schwäche während einer Infusion auf dem Behandlungstisch. Sie war zwei Wochen krank und wir haben sechs Besuche bei vier verschiedenen Tierärzten gemacht, die leider alle nicht herausfanden, was ihr fehlt. Jakob hat sie immer zur Beruhigung mit zum Arzt begleitet.

- Seit Emmy gestorben ist, kann Jakob nachts nicht mehr richtig schlafen, ist angespannt und bewacht uns.


- ca. 2 Wochen später: 2 x erfolgloses Speeddating in einer Kaninchenhilfestation

- ca. 2 Wochen später: Schneewittchen zieht bei uns ein zur sanften Vergesellschaftung, aber wir merken schnell, dass Schneewittchen Würmer und eine lebensbedrohliche Kokzidiose hat. Nach drei Wochen Quarantäne und keiner Besserung geben wir sie in eine Kaninchenhilfe in Rellingen, die sie wieder aufpäppelt. Jakob war die ganze Zeit durch ihre Anwesenheit nervös, schreckhaft, ist manchmal vor Schreck irgendwo gegen gelaufen.

- Im November lahmt Jakob mit dem rechten Vorderlauf, vielleicht hat er sich verletzt beim Gegenlaufen. Es wurde ein Röntgenbild gemacht, demnach sei alles ok, nur sein Schlüsselbein steht etwas vor. Die Ärztin meinte, es würde ca. 4 Wochen dauern, bis es weggeht, und es war tatsächlich so. Auf dem Röntgenbild war Jakobs Kopf auch zu sehen, sie meinte, seine Zähne seien super.


- 27.-29.12.2016 Versuch in einem neuen Zimmer nach Umzug (Stress!) Jakob mit einer neuen Partnerin zu vergesellschaften. Leider müssen wir abbrechen, da die Kaninchendame vollkommen abblockte.


Krankheitsverlauf:

- 10 Tage später, am 10.01.2017: Jakob will plötzlich nicht mehr essen, taumelt leicht, daher sofort Besuch bei einer Notdienstpraxis, die Mittwochnachmittags aufhatte. Reflexe, Mäulchen, Ohren usw.
äußerlich alles sei gut, Darm etwas grisselig, Verdacht von Tannennadelessen, die Ärztin gibt Jakob eine Zwangsfütterung und Schmerzmittel, weil sie auf Verdauung und Kreislauf tippt. Kaum Zuhause angekommen taumelt Jakob stark beim Laufen und er zeigt Nystagmus von links nach rechts (leicht schräg nach oben). Der Arztbesuch hat seinen Zustand deutlich verschlimmert.

- 11.2.2017 Fahrt zu einer Ärztin, die viel mit Kaninchen zu tun hat und die nach eigener Aussage 18 Jahre Erfahrung mit E.C. hat. Sie sagt sofort, er habe E.C. und zeigt uns dies anhand der Augenreflexe, die uneinheitlich sind. Ihrer Ansicht nach würden die Symptome bei einer Mittelohrentzündung anders aussehen, das könne sie ausschließen. Jakob hat den Kopf in der Praxis total schief, überschlägt sich wie wild, als sie ihm Cortison und Vitamin B spritzt. Es wird leider keine Untersuchung gemacht, um andere Ursachen auszuschließen, weder ein Röntgenbild noch Blut abgenommen, was allerdings wegen des Überschlagens auch schwierig gewesen wäre.


- Zuhause angekommen ist der Nystagmus weg, der Kopf nur ganz leicht schief, Jakob kann sich orientieren, laufen und kleine Höhen springen, geht selber auf seine Toilette. Glücklicherweise hat Jakob wieder Appetit und isst Grünfutter und Heu, während er Trockenfutter und Karotten, die er sonst liebt, verweigert.


- Behandlung ab jetzt täglich Panacur und Vitamin B Complex (kein Antibiotikum!)

- 1.Woche kaum Veränderung, er geht etwas schief, aber kommt noch super zurecht. Augen tränen weißlich, ich schicke am 21.1.2017 Fotos zur Ärztin, sie sieht keinen Handlungsbedarf. Mir fällt auf, dass sein linkes Gesicht gelähmt zu sein scheint, er kaut einseitig, gähnt einseitig, und die linke Nasenseite wackelt nicht. Jakob schläft fast den ganzen Tag, alles strengt ihn sehr an.


- Jakob hat außerdem Mühe, sich zur Seite umzudrehen und dort zu putzen.

- Ab 23.1.2017 Jakob bekommt Atemgeräusche, ich telefoniere mit der Ärztin, sie sieht keinen Handlungsbedarf; Ende der Woche atmet Jakob so schwer und pumpend, dass ich Angst habe, dass er stirbt, am 28.2. telefoniere ich nochmal mit der Ärztin, sie empfiehlt Duphamox. Nach weiteren Erkundigungen bekommt Jakob ab hier 14 Tage Marbofloxacin, nach drei Tagen werden die Atemgeräusche besser, er atmet wieder ruhig und gleichmäßig, auch seine linke Nasenseite wird wieder beweglich und die Augen tränen nicht mehr. Er kann sich wieder an den Seiten putzen.

- Zwischenzeitlich: Jakob hat Schmerzen beim Wasserlassen, evtl. weil er die ganze Zeit viele calciumreiche Kräuter bevorzugt, mit RodiCare URO und Allrodin UTI kn wird es wieder besser.

- Einen Tag vor Absetzen des Antibiotikums wird Jakobs Kopf plötzlich viel schiefer, er läuft extrem mit Schlagseite und fällt immer öfter dabei hin. Jakobs rechtes Ohr, welches eigentlich ein Schlappohr ist, steht jetzt permanent nach Oben.


- Am 16.2.2017 ist der schlimmste Tag, Jakob kann nicht mal mehr mit Hilfe aufstehen. Er hat wieder Nystagmus, diesmal eher von Unten nach Oben und er verdreht sein rechtes Auge oft so nach Oben, dass der weiße untere Rand zu sehen ist.

- Jakob kneift sein linkes Auge von Tag zu Tag mehr zu. Erst versuchen wir es mit Bepanthen Augensalbe zu behandeln, aber das reicht nicht, ab 24.2.2017 bekommt er dreimal täglich Floxal Augensalbe. Außerdem bekommt er ab jetzt 2 mal täglich eine halbe Ampulle Vertigoheel.

- Ab da leichte Besserungen in der Koordination, Jakob macht öfter eine Rolle, wenn er hinfällt, kann aber wieder besser auf die Pfoten finden und bleibt sitzen, putzt sich wieder besser, auch auf der rechten Seite. Er hat längere Wachphasen, ist wieder munterer und scheint auch wieder leicht zuzunehmen. Das linke Auge ist aber trotz vierzehntägiger Behandlung mit Floxal immernoch gerötet und das Oberlid sieht geschwollen aus. Erst hatten wir gedacht, dass das Auge sich wegen des häufigen Fallens auf die linke Seite verschlimmert hatte, nun sind wir nicht mehr sicher, was Ursache und was Wirkung ist.

Ich würde mich sehr freuen über wertvolle Hinweise. Ich bin mir nicht sicher, ob Jakob bisher die richtige Diagnose und Behandlung bekommen hat. Jakob ist uns sehr wichtig und wir würden alles für ihn tun.


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Frau Dr. Rosenberg hat einfühlsam und kompetent ihren Rat gegeben. Vielen Dank hierfür!

Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare
Dr. Ruth Rosenberg
10.03.2017 20:56 Uhr
Lieber Ratsuchender,
Zu Ihrer ausführlichen, bedauerlichen Krankengeschichte von Ihrem Kaninchen fällt mir folgendes ein:

Ist Jakob geimpft?
Hatte er Kontakt mit Schneewittchen, wenn ja: Ist er nach dem Besuch von Schneewittchen entwurmt worden?

Zur genauen Beurteilung der Zähne sind spezielle Röntgenaufnahmen nötig. Die Beurteilung derselben als "Nebenbefund" bei einer anderen Aufnahme halte ich nicht für ausreichend.
Kaninchen sollten auch langhalmiges, flaches Feuchtfutter, d.h. bevorzugt Gras und Heu und kein Trockenfutter(!!!), auch keine Pellets oder Grünrollies bekommen.
Das weißliche Sekret aus dem Auge und die nasse Unterlippe könnte ein Hinweis auf ernährungsbedingt verlängerte Zahnwurzeln geben, die dann schon in die Augenhöhle wachsen und dort Entzündungen verursachen.
Das würde ich unbedingt noch mal abklären und notfalls in schonender Narkose die Zähne abschleifen lassen.
Die Diagnose Enc.cunic. ist am 11.2. getroffen worden: ist denn seitdem Blut genommen worden, um diese Diagnose zu bestätigen? Generell wäre ein Blutbild sinnvoll, um auch den Zustand der anderen Organe zu sehen.
Wenn das mit Enc. Cunic. stimmt, (die neurologischen Symptome sprechen schon dafür) dann wird das vermutlich auch nie ganz auszuheilen sein. Man kann aber die Symptome zum verschwinden bringen, allerdings in Stresssituationen muss man mit einem erneuten Ausbruch rechnen. Es wäre daher sinnvoll, Jakob in dieser Situation erst mal nicht mit einem neuen Partner zu konfrontieren.
Dauert die Therapie mit Panacur noch an? Sie muss einige Wochen durchgeführt werden und ein Antibiotikum dazugegeben werden. Falls es Probleme mit der Verdauung hierdurch gibt, Bene-Bac dazu und ggf. Critical Care zwangsfüttern- kein Trockenfutter! dann lieber nur Heu und Critical Care (oder Rodicare, das ist das selbe)

Es ist wirklich schwierig, das aus der Ferne zu beurteilen, aber ich hoffe, ich konnte ihnen ein bisschen weiterhelfen, damit sie vielleicht bei dem Tierarzt Ihres Vertrauens vor Ort auch noch etwas weiterkommen.

Mit besten Grüßen und alles Gute für Jakob
Dr. Ruth Rosenberg
Dr. Ruth Rosenberg
10.03.2017 21:09 Uhr
P.S:
Das Blasenproblem kann starke Schmerzen verursachen.
bitte keine Karotten, Luzerne, Grünrollis, Kohlrabi oder andere Calciumhaltige Kräuter geben und auf gar keinen Fall Trockenfutter!!! Zur Not Rodicare etc. zwangsfüttern.
Ausreichend Bewegung, immer Frisches Wasser in einer Schale am Boden (Kaninchen können mit hochgestrecktem Kopf ganz schlecht schlucken und trinken dadurch ungern aus der Nippeltränke)
Also es scheint, Klein-Jakob hat mehrere "Baustellen"....
Alles gute!
Kunde
10.03.2017 21:14 Uhr
Liebe Frau Rosenberg,

wir haben tatsächlich Jakob sowohl nach dem Tod von Emmy auf Verdacht Panacur gegeben sowie während des Aufenthaltes von Schneewittchen. Der Arme musste leider sehr viel miterleben. Auffallend war die Plötzlichkeit des Auftretens der Symptome, andererseits würde seine Ängstlichkeit schon vorher evtl. auch auf E.C. hinweisen. Er bekommt jetzt schon seit 8 Wochen Panacur, aber der Verlauf macht mich schon etwas stutzig, denn tendenziell ist es ja schlimmer und nicht besser geworden. Und was bedeutet es, dass das Schlappohr jetzt hoch steht, das muss doch ein Hinweis auf einen bestimmten Zusammenhang sein? Es kann natürlich mehreres sein, das Problem ist ja, dass E.C. die Immunabwehr so strapaziert, dass Sekundärinfektionen bessere Chancen haben. Ich sehe absolut ein, dass eine bildgebende Diagnostik das Sicherste wäre. Aber ich bin auch ein gebranntes Kind, weil Emmy noch geröngt wurde und danach auf dem Tisch beim Versuch mit letzter Kraft zu flüchten gestorben ist. Das war unglaublich schrecklich. Und Jakob hat sich bei der Ärztin eben auch so aufgeregt, dass sein Kopf, der dato noch fast gerade war, total schief herabhing und er wie wild gezappelt und sich überschlagen hat. Am liebsten wäre mir, man könnte ihn Zuhause narkotisieren, zur Röntgenuntersuchung bringen, und ihn dann wieder zurückbringen, dass er Zuhause wieder aufwacht, damit er gar nichts mitbekommt. Aber ich fürchte, sowas ist leider nicht möglich und zu gefährlich, oder? Ich weiß nicht, was wir machen sollen, ich will nichts versäumen, aber habe auch Angst, dass ich gerade dadurch auch sein Leben riskieren könnte. Wir lieben ihn über alles. Beste Grüße, Anja Rozowski
Dr. Ruth Rosenberg
11.03.2017 17:47 Uhr
Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Bedenken kann ich sehr gut nachvollziehen, aber dennoch halte ich es für notwendig, noch eine genauere Diagnostik zu betreiben. Es ist immer schwierig, eine Therapie auf Verdacht einzuleiten.
z.B. ist mir aus Ihren Ausführungen noch nicht klar geworden, ob die Kokkzidiose von Schneewittchen bei Jakob durch eine Kotuntersuchung ausgeschlossen wurde. Panacur hilft da nämlich nicht.
Das mag momentan nicht sein Hauptproblem sein, könnte aber ein zusätzlich schwächender Stressfaktor sein.
Dass das Panacur seit 8 Wochen keine Besserung bringt, kann an Resistenzen liegen und man muss vielleicht das Medikament wechseln, oder es ist gar keine E.C. - Daher komme ich immer wieder darauf zurück: Bestätigen oder Ausschließen durch weiter Diagnostik - z.B. Blutbild wäre schon gut.
Vielleicht können Sie auch mal bei der Tierärztekammer in ihrem Wohnort anfragen: Es gibt mittlerweile Tierärzte die die Zusatzbezeichnung „Fachtierarzt für Heimtierkrankheiten“ erworben haben, d.h. sie haben eine umfangreiche Fortbildung auf diesem Gebiet absolviert. Das bedeutet z.B. dass sie auch eine spezielle Narkose für Kaninchen anbieten, die auch sofort wieder aufgehoben werden kann.
Zuhause narkotisieren halte ich in der Tat für zu gefährlich: eine entsprechend ausgerüstete Praxis kann bei einer Komplikation besser eingreifen.
Leider kann ich Ihnen Ihre Sorge um Jakob nicht nehmen- das Risiko ist da- ob sie nun etwas unternehmen oder ob sie abwarten- beides ist problematisch.
Wenn Sie die Kosten nicht scheuen, könnte ein CT auch etwas mehr Klarheit bringen, dazu muss er allerdings auch in Narkose gelegt werden.
Tja, Jakob tut mir wirklich von Herzen leid, aber aufgrund dieser Geschichte ist es leider nicht möglich eindeutige Ratschläge zu geben.
Sie werden vermutlich nicht drum herumkommen in der einen oder anderen Form das Risiko einzugehen.

Mit besten Grüßen und Genesungswünschen für Jakob

Ihre Dr. Ruth Rosenberg
Kunde
11.03.2017 18:26 Uhr
Liebe Frau Dr. Rosenberg, vielen Dank für Ihre Gedanken. Ich werde nochmal recherchieren müssen, welche Praxis von der technischen Ausstattung und dem Fachwissen die besten Chancen bietet. Nach einigen negativen Erfahrungen würde ich gerne einen Arzt des Vertrauens finden, der voll hinter meinem Tier steht. Herzliche Grüße, Anja Rozowski