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Inkassoforderung von 2000 Euro aus heiterem Himmel

05.12.2018 | Preis: 49 € | Bankrecht
Beantwortet von Rechtsanwalt Marcus Schröter

Fragestellung

Guten Tag Herr Schröter,

ich habe im August festgestellt, dass ich noch ein Konto aus Studentenzeiten bei der Bank Austria in Wien habe. Daraufhin habe ich die Bank kontaktiert und es stellte sich heraus, dass ich im Soll war, als ich Österreich vor ca. 12 Jahren verlassen habe. Auf einem Konto, auf dem das eigentlich nicht möglich sein sollte. Seit 2009 ist nun ein Inkassobüro damit beauftragt das Konto zu "betreuen". Ich habe - bevor ich der Sache selbst nachgegangen bin - kein einziges Mal von diesem Büro oder der Bank Post bekommen.

Aus den 250 Euro sind nun ca. 2000 geworden. Ich halte die Forderungen allerdings für nicht angemessen bzw. stark fragwürdig.

Mein "Briefwechsel" den ich seit August mit dem Büro hatte hängt an. Er sieht auf den ersten Blick lang aus, kann aber meines Erachtens recht schnell überflogen werden. Ich habe die wichtigsten Sätze auch fett markiert.

Deswegen wäre ich sehr froh, wenn sie einen Blick auf den Anhang werfen und mir daraufhin beantworten könnten, wie ich weiter vorgehen sollte. Ist das Vorgehen des Büros legitim? Sind die Zinsen und die Forderungen des Inkassobüros angemessen? Ist die Sache nicht evt. gar verjährt? Ich würde das gerne so schnell wie möglich abschließen. Aber 2000 Euro sind mir zu viel. Was kann ich tun?

Mit besten Grüßen

D. M. L.

Antwort des Experten

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben nachfolgend beantworte:

1. Die Vorgehensweise des Inkassobüros ist sicherlich nicht korrekt.

Zunächst hat das Inkassounternehmen eine Vollmacht des Auftraggebers vorzulegen.

Im weiteren ist die Forderung näher zu begründen. D.h. das Inkassounternehmen muss Kopien des Bankvertrages, der Kontoauszüge sowie ein etwaiges Kündigungsschreiben vorlegen.

Schließlich muss das Inkassouunternehmen nicht nur die Zusammensetzung der Inkassoforderung belegen, sondern auch begründen warum diese entstanden ist. Hierfür bedarf es des Nachweieses des Verzuges von Ihnen, welcher allenfalls mit dem Erstanschreiben des Inkassounternehmen begründet wurde. Das verzugsbegründende Schreiben kann aber keine Inkassogebühren auslösen.

2. Keinesfalls sollten Sie das beigefügte Formular ausfüllen, da dies nur dazu dient Informationen über Sie einzuholen.

3. Zur weiteren Vorgehensweise fordern Sie eine Vollmacht an. Im weiteren ist das Inkassounternehmen verpflichtegt die geltend gemachte Forderung zu begründen. Dies kann nur durch Vorlage des Kontokorreentvertrages, Kontoauszüge, Mahnschreiben etc. erfolgen.

Schließlich berufen Sie sich hinsichtlich der Kapital- und Zinsforderung auf die Verjährung nach § 1480 AGBG. Rein vorsorglich ist auch die Einrede der Verjährung in Bezug auf die Inkassoforderung zu erklären.

Schließlich fordern Sie von dem Inkassonternehmen die über SIe gesocherten Daten an.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und Ihnen einen hilfreichen Überblick verschaffen.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter

Rechtsanwalt

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