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Inkasso Angelegenheit

| Preis: 90 € | Forderungseinzug / Inkasso
Beantwortet von Rechtsanwältin Bianca Vetter
Vielen Dank für Ihr Angebot, welches ich hiermit gerne annehme. Bitte kontaktieren Sie mich schnellstmöglich, um die Details abzustimmen.

Kontaktdaten:
017643492948
loeschel@gmx.de

~~~~~~

Meine ursprüngliche Anfrage:

Hallo,


Vor kurzem habe ich von einem Inkasso Unternehmen die Aufforderung erhalten aus zwei Vollstreckungsbescheiden, beide aus dem Jahre 1995(es handelte sich um ein Leasing Fahrzeug), insgesamt 8432 Euro zu begleichen. Die Hauptforderung besteht aus 3120 Euro und Zinsen von 5312 Euro. Eine Forderungsaufstellung würde beigefügt
Diese Angelegenheit hatte ich schon längst vergessen, nicht zuletzt deswegen, weil ich zu 100% sicher bin das ich die letzten 10 Jahre keine Einziehungsmaßnahmen erhielt, darüber hinaus bin ich mir ziemlich sicher auch vor den letzten 10 Jahren nichts mehr von dieser Leasing Firma gehört zu haben.
Unterlagen habe ich keine mehr. Umgezogen bin ich einmal im Jahr 2005. Eidesstattliche Versicherung wurde letztmals im Jahr 2007 abgelegt.
Zwischenzeitlich forderte ich das Inkasso Unternehmen auf mir Kopien der beiden Vollstreckungsbescheide zu senden, außerdem verlangte ich Nachweise von Einziehungsmaßnahmen bzw. gerichtliche Maßnahmen zumindest im Zeitraum der letzten zehn Jahre.
Erhalten habe ich bisher einen Vollstreckungsbescheid und keine Nachweise. Der zweite Vollstreckungsbescheid liegt dem Inkasso Unternehmen momentan nicht vor und wird angefordert - so die schriftliche Aussage.
Auf dem anderen Vollstreckungsbescheid befinden sich vier Stempel, der letzte von 1998.

Meine Fragen.
Besteht die Möglichkeit der Verwirkung der Forderung? Das Zeitmoment dürfte gegeben sein. Wie sieht es mit dem Umstandsmoment aus?
Zumindest sollte doch die Zinsforderung größtenteils verjährt sein, so dass ich die Gesamtforderung massiv drücken könnte?
Wie sollte ich ihrer Meinung nach agieren? Wäre es sinnvoll einen Vergleich mit Ratenzahlung anzustreben? Oder aber die Gesamtforderung wegen Verwirkung in Frage stellen?
Kurzum, wie komme am Besten und Billigsten aus dieser Geschichte heraus?


Mit freundlichen Grüßen



~~~~~

Ihr Angebot:

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Ich werde Ihnen bei der Annahme meines Angebotes eine Einschätzung zu dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt geben und Ihnen auch verschiedene Möglichkeiten des weiteren Verlaufes der Angelegenheit aufzeigen.

Bitte beachten Sie, dass sich meine Stundenangabe darauf bezieht, dass Sie mein Angebot zu einer Zeit annehmen, zu welcher ich nicht online bin. Ich werde mich bemühen Ihnen so bald wie möglich zu antworten.

Mit den besten Grüßen
Rechtsanwältin Bianca Vetter

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich danke Ihnen zunächst für die Annahme meines Angebotes.
Bevor ich Ihre Fragen beantworte und Ihnen die Möglichkeiten aufzeige, bitte ich Sie zu beachten, dass ich nur anhand Ihrer Angaben die Fragen beantworten kann. Sollten weitere Umstände hinzukommen, könnte die Beantwortung anders ausfallen.

Nun zu Ihren Fragen.

1. Verwirkung
Der Tatbestand der Verwirkung, beziehungsweise die Einrede des Verstoßes gegen Treu udn Glauben nach § 242 BGB ist in der Tat von zwei Umständen abhängig.
Das Zeitmoment in Ihrem Fall dürfte mit einer Dauer von 10 Jahren ohne Aufforderung der Zahlung oder Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegeben sein. Allerdings ist sich hier die Rechtsprechung nicht einig. Und es gibt auch Urteile, die sagen, dass erst nach nahezu 20 Jahren der Zeitmoment gegeben sei.

Anders sieht es mit dem Umstandsmoment aus. Hier ist sich die Rechtsprechung nicht einig.
Zum Einen wird die Auffassung vertreten, dass der Gläubiger, der einen Titel hat vollstrecken kann wann und wie er möchte, solange die Verjährung der 30 Jahre noch nicht eingetreten ist. Dies wird damit begründet, dass auch der Schuldner weiß, dass es einen Titel gibt und er damit während der 30 Jahre immer mit einer Aufforderung zur Zahlung rechnen muss.
Allerdings gibt es auch eine Meinung, die besagt, dass der Gläubiger zumindest immer wieder sich in Erinnerung rufen sollte, um auch dem Schuldern die Möglichkeit der Bereinigung der Angelegenheit zu geben. Das heißt der Gläubiger darf nicht nach mehreren Jahren plötzlich die Forderung einziehen, wenn er zuvor den Anschein erweckt hat, dass er die Forderung nicht mehr haben möchte.
Ein weiterer Umstand, der hier auch zu beachten ist, ist, dass viele Gläubiger auch anwaltlich oder durch ein Inkassounternehmen vertreten sind. Daher wissen die Gläubiger, wie man vollstrecken kann und kennen die verschiedenen Möglichkeiten. Oft sind es auch Unternehmen, die einen Titel haben. Denen sagt man auch eine sogenannte unternehmerische Gewandtheit nach, daher die Kenntnis wie mit säumigen Kunden umzugehen ist und wie man die Forderung eintreiben kann.

Insgesamt könnten oder sollten Sie auf jeden Fall den Umstandsmoment der Verwirkung ebenfalls vorbringen und eine Verwirkung der Forderung vorbringen.

2. Verjährung der Zinsen
Ja Zinsen können, sofern sie nicht festgesetzt sind ebenfalls verjähren. Dies wird oft auch bei Inkassobüros übersehen. Die Zinsen, die ausgerechnet in dem jeweiligen Titel enthalten sind sind zweifelsohne als festgesetzte Zinsen anzusehen. Allerdings könne die weiteren zukünftigen Zinsen in der regelmäßigen Verjährungszeit von 3 Jahren verjähren, wenn sie nicht vorher tituliert werden.
Hierfür gibt es auch entsprechende Rechtsprechungen.

3. weiteres Vorgehen
Ich würde Ihnen dazu raten an das Inkassobüro zu schreiben und die Umstände kurz zu umreißen.
Daher zunächst Vorlage und Nachweis aller Forderungen gegen Sie. Sie sollten zur Vorsicht auch eine Bevollmächtigung des Inkassobüros anfordern.
Dann schreiben, dass seit 10 Jahren niemand auf Sie wegen der Forderung zugekommen sei und Sie daher in dem festen Glauben waren, dass der Gläubiger die Forderung nicht mehr haben wollte.
Was ich nicht weiß und Sie im Zweifel auch nicht, ob der Gläubiger nicht doch eine Zwangsvollstreckung versucht hat und in Kenntnis der Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung zunächst auf weitere Volstreckungen verzichtet hat. Insofern könnte das Inkassobüro einer 10 jährigen Untätigkeit des Gläubigers widersprechen.
Sodann sollten Sie auf jeden Fall die Einrede der Verwirkung erklären.

Nur rein hilfesweise sollten Sie zudem anmerken, dass die Höhe der Forderung wegen der Verjährung der Zinsen nicht stimmen kann und Sie daher auch dei Höhe der gegen Sie erhobenen Forderung anzweifeln.

Mehr würde ich zum Sachverhalt an sich nicht schreiben. Wichtig ist, dass Sie das Inkassobüro auffordern Ihnen eine Rückantwort zu geben udn zu bestätigen, dass die Forderung wegen der Einrede der Verwirkung nicht mehr geltend gemacht wird und daher der Titel entwertet zurück gegeben wird.

Dann können Sie nur abwarten was das Inkassobüro antwortet.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Antwort behilflich sein. Sollten Sie noch Nachfragen haben, können Sie sich gerne bei mir melden.

Mit freundlichen Grüßen
Bianca Vetter, Rechtsanwältin

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Bewertung des Kunden

Ich bin rundum zufrieden mit der ausführlichen Beantwortung meiner Fragen.
Auch die Nachfrage wurde prompt und kompetent geliefert.

Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare
Kunde - 21.11.2018 15:38:

Hallo Frau Vetter,

Vielen Dank für Ihre detaillierte Auskunft.
Eine Frage habe ich noch.
Wenn ich wie von Ihnen vorgeschlagen die Einrede wegen Verwirkung bzw. Verjährung der Zinsen geltend mache, könnte das Inkasso Unternehmen trotzdem Vollstreckungsmaßnahmen einleiten?

Mit freundlichen Grüßen

Löschel

Bianca Vetter - 21.11.2018 15:51:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage. Ja, das Inkassounternehmen kann oder könnte jederzeit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen Sie einleiten. Dazu berechtigt der Titel.
Sie sollten das Inkassobüro hilfsweise und für den Fall, dass das Inkassobüro anderer Ansicht wegen der Verwirkung ist, bitten bis zur endgültigen Klärung der Angelegenheit keine Vollstreckungsmaßnahmen gegen Sie einzuleiten.
Die meisten Inkassobüros gehen auf eine solche Bitte ein.

An dieser Stelle möchte ich Sie bitten die Möglichkeit zu nutzen meine Antwort zu bewerten. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Bianca Vetter, Rechtsanwältin