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Pflichtteil einfordern - Musterschreiben kostenlos!

Pflichtteil einfordern

Sie wurden mittels Testament von Ihrem Erbe ausgeschlossen? Dies sollten Sie auf keinen Fall hinnehmen, denn das Erbrecht sieht für die Erben eines verstorbenen einen Pflichtteilsanspruch vor. Deshalb zögern Sie nicht und lassen Sie Ihren Anspruch jetzt von unserem Fachanwalt für Erbrecht prüfen und durchsetzen.

  • Kostenlose Prüfung und Musterschreiben

    Die Prüfung, ob Sie pflichtteilsberechtigt sind sowie ein Musterschreiben zur Einforderung Ihres Pflichtteils erhalten Sie kostenlos.

  • Sofort

    Bereits innerhalb von fünf Tagen erhalten Sie eine Handlungsanweisung für das weitere Vorgehen und das Musterschreiben zur Einforderung Ihres Pflichtteils.

  • Umfangreich

    Ihre Pflichtteilsberechtigung wird umfangreich von Ihrem Anwalt geprüft und Sie erhalten umfassende und verständliche Informationen über Ihre Rechtssituation und Ihre Handlungsmöglichkeiten.

  • Optional

    Auf Ihren Wunsch erstellt Ihr Anwalt zusätzlich ein Schreiben zur Anfechtung des Testaments.

  • Kostenerstattung durch Gegenseite

    Durch unser Musterschreiben setzen Sie die Gegenseite in Verzug. Wenn Sie im Recht sind, haben Sie einen gesetzlichen Erstattungsanspruch für Ihre weiteren Kosten der Rechtsdurchsetzung.

  • Rechtssicher

    Wir bieten Ihnen eine rechtssichere Prüfung von zertifizierten Rechtsanwälten des ZDF-WISO Testsiegers yourXpert. Ausschließlich Fachanwälte für Erbrecht werden die Durchsetzung Ihrer Ansprüche übernehmen.

  • Datensicherheit

    Wir nehmen Datensicherheit ernst! Alle Informationen werden beim Upload mit SSL (Secure Socket Layer) geschützt und wir geben Ihre persönlichen Daten NICHT an Dritte weiter.

  • Kostenlose Rückfragen

    Bei Unklarheiten haben Sie die Möglichkeit, kostenlose Rückfragen zu Ihrem Auftrag zu stellen.

  • Individuelles Angebot

    Führt Ihre Einforderung des Pflichtteils durch unser Musterschreiben nicht zum Erfolg, erhalten Sie ein unverbindliches Angebot für die Durchsetzung Ihres Anspruchs.

Leistungsumfang

Enthaltene Leistungen
Individuelle Prüfung Ihrer Fallkonstellation
Musterschreiben zur Inverzugsetzung
Falls erforderlich: Weitergehende Beratung und unverbindliches Angebot zur weiteren Durchsetzung Ihrer Ansprüche
Kostenlose Rückfragen bei eventuellen Unklarheiten inklusive

So einfach funktioniert's: Pflichtteil einfordern - Musterschreiben kostenlos!

1. Fragebogen ausfüllen

  • Nur wenige Angaben zu Ihnen und dem Erblasser werden benötigt

2. Kontaktdaten angeben

  • E-Mail-Adresse zur Beantwortung Ihrer Anfrage angeben

3. Prüfung Ihres Anspruchs auf den Pflichtteil

  • Rückmeldung innerhalb von fünf Tagen

  • Klare Handlungsempfehlung und Anleitung sowie Musterschreiben erhalten

 4. Durchsetzung Ihres Erbanspruchs

  • Nach Erhalt einer Antwort auf das Schreiben oder nach Fristablauf kann unser Fachanwalt für Erbrecht Ihre Ansprüche außergerichtlich oder gerichtlich durchsetzen. Hierfür erhalten Sie ein unverbindliches Angebot.
  • Wenn Sie im Recht sind, haben Sie einen gesetzlichen Erstattungsanspruch für Ihre weiteren Kosten der Rechtsdurchsetzung gegen die Gegenseite.  

5. Rückfragen inklusive

  • Gerne beantwortet Ihnen Ihr Anwalt schriftliche Rückfragen

6. Optional: Anfechtung des Testaments

  • Falls gewünscht, können Sie den Anwalt mit dem Aufsetzen eines Schreibens zur Anfechtung beauftragen

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HINWEIS:

Ist dem pflichtteilsberechtigten Abkömmling, dem Ehe- bzw. eingetragenem Lebenspartner oder dem pflichtteilsberechtigten Elternteil im Testament ein beispielsweise mit Vermächtnissen, Testamentsvollstreckung oder Vor- und Nacherbschaft belasteter Erbteil oder ein Vermächtnis zugewandt worden, so ist dringend eine individuelle Beratung durch einen Fachanwalt für Erbrecht innerhalb der Ausschlagungsfrist (sechs Wochen ab Eröffnung des Testamentes) erforderlich.

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Unser Experte für Ihren Fall:
 

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht - Dr. Manuel Tanck

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht

Dr. Manuel Tanck

 

Rechtsanwalt Dr. Manuel Tanck hat sich auf das Erbrecht sowie das Recht der Vermögensnachfolge spezialisiert und die Kanzlei TANCK Rechtsanwalt GmbH entsprechend auf das Erbrecht und das Familienrecht ausgerichtet. In über zwanzig Jahren anwaltlicher Arbeit hat sich Dr. Manuel Tanck den Ruf eines maßgeblichen Experten seines Fachgebiets erworben.

Rechtsanwalt Dr. Manuel Tanck ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen, Mitherausgeber der Zeitschrift ZErb und Referent für Anwalts- und Notarvereine. Darüber hinaus ist er Mitbegründer des Zentrums für Unternehmensnachfolge an der Universität Mannheim e.V. (zentUma) und im Beirat des Instituts für Erbrecht e.V. Die Kanzlei TANCK Rechtsanwälte zählt laut der Wirtschaftswoche v. 14.12.2009 zu den besten Kanzleien für Erbrecht in Deutschland.
 

Ratgeber Pflichtteilsrecht

 

(Lesezeit: ca. 8 Minuten)

 

Das Wichtigste in Kürze
 

  • Der Pflichtteilsanspruch stellt eine Art Ersatzanspruch dafür dar, dass einer der nächsten Angehörigen von der Erbfolge ausgeschlossen wurde.
  • Es ist immer nur der direkte Abkömmling pflichtteilsberechtigt. Gibt es keine Abkömmlinge, sind ausnahmsweise die noch lebenden Eltern pflichtteilsberechtigt.
  • Die Höhe des Pflichtteilsanspruchs bemisst sich an der Höhe des gesetzlichen Erbteils.
  • Der Pflichtteilsanspruch muss von dem oder den Erben des Erblassers an den Pflichtteilsberechtigten bezahlt werden.
  • Der Pflichtteilsanspruch muss gegenüber dem Erben aktiv geltend gemacht werden.
  • Der Pflichtteilsanspruch verjährt grundsätzlich innerhalb von drei Jahren zum Jahresende ab Kenntnis des Pflichtteilsberechtigten vom Versterben des Erblassers und seiner Enterbung.

Inhalt

  1. Allgemeines
  2. Wer ist pflichtteilsberechtigt?
  3. Wie hoch ist der Pflichtteil und wie berechnet er sich?
  4. Wer schuldet den Pflichtteilsanspruch?
  5. Wie macht man den Pflichtteilsanspruch geltend?
  6. Wann verjähren die Ansprüche?

1. Allgemeines

Das Erbrecht ist im Bürgerlichen Gesetzbuch so geregelt, dass grundsätzlich die nächsten Angehörigen des Erblassers erben. Werden diese Angehörigen durch den Erblasser beispielsweise mittels Testament von der Erbfolge ausgeschlossen, sieht das Gesetz einen sogenannten Pflichtteilsanspruch am Nachlass des Erblassers vor. Dieser Pflichtteilsanspruch stellt daher eine Art Ersatzanspruch dafür dar, dass einer der nächsten Angehörigen von der Erbfolge ausgeschlossen wurde. Man spricht insoweit auch von einer Mindestbeteiligung am Nachlass. Diese Mindestbeteiligung in Form des Pflichtteilsanspruchs ist ein Anspruch in Geld, also ein Zahlungsanspruch. Es besteht kein Anspruch auf Übertragung bestimmter Gegenstände aus dem Nachlass. Er entsteht mit dem Erbfall und ist ab Eintritt des Verzugs des Schuldners (Erben) zu verzinsen.

2. Wer ist pflichtteilsberechtigt?

Zu den pflichtteilsberechtigten Personen gehören in erster Linie die leiblichen und adoptierten Abkömmlinge des Erblassers. Dabei ist zu beachten, dass immer nur der direkte Abkömmling pflichtteilsberechtigt ist, also zunächst das Kind des Erblassers. Keine Rolle spielt es, ob es sich um ein eheliches oder nichteheliches Kind handelt. Ist das Kind bereits vorverstorben, treten an dessen Stelle seine Abkömmlinge, also die Enkel des Erblassers.

Der Ehepartner oder der Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zählt ebenfalls zum pflichtteilsberechtigten Personenkreis. Voraussetzung ist, dass im Zeitpunkt des Erbfalls die Ehe bzw. die Lebenspartnerschaft noch bestand. Verstirbt der Erblasser während eines Scheidungsverfahrens, dann kommt es für die Frage, ob der andere Ehepartner noch einen Pflichtteilsanspruch hat darauf an, in welchem Stadium sich das Scheidungsverfahren befand, ob die Voraussetzungen der Scheidung zu diesem Zeitpunkt gegeben waren und wer den Antrag auf Scheidung gestellt hat (§ 1933 BGB).

Hat der Erblasser keine Abkömmlinge hinterlassen, dann sind ausnahmsweise die noch lebenden Eltern pflichtteilsberechtigt.

Nicht pflichtteilsberechtigt sind Geschwister und entferntere Verwandte.

3. Wie hoch ist der Pflichtteil und wie berechnet er sich?

Die Höhe des Pflichtteilsanspruchs bemisst sich danach, wie hoch der gesetzliche Erbteil eines Pflichtteilsberechtigten ist, denn der Pflichtteilsanspruch besteht in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Die Pflichtteilsquote ist daher die Hälfte der gesetzlichen Erbquote.

In einem ersten Schritt ist daher zu ermitteln, wie hoch die gesetzliche Erbquote gewesen wäre, wenn der Pflichtteilsberechtigte nicht von der Erbfolge ausgeschlossen worden wäre.

In einem zweiten Schritt ist dann der sogenannte Netto-Nachlass zu ermitteln: Es sind von dem positiven Nachlassbestand alle Verbindlichkeiten abzuziehen wie bspw. die Beerdigungskosten, etwaige Darlehen des Verstorbenen und alle sonstigen Schulden des Erblassers. Der Pflichtteilsanspruch stellt dann die Beteiligung des Pflichtteilsberechtigten in Höhe seiner Pflichtteilsquote an dem Netto-Nachlass dar.

Beispiel 1: Der Erblasser Emil hinterlässt eine Ehefrau Frieda und zwei Kinder Toni und Bert. In seinem Testament setzt er seine Ehefrau Frieda, mit der er im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft verheiratet war, zu seiner Alleinerbin ein. Der Wert seines Netto-Nachlasses beträgt € 800.000,-. Toni und Bert machen ihren Pflichtteilsanspruch geltend.

Lösung: Der gesetzliche Erbteil der Ehefrau besteht vorliegend in Höhe von ½ und der Erbteil der Kinder je 1/4. Die Pflichtteilsquote daraus beträgt für Toni und Bert jeweils 1/8, also die Hälfte. Der Pflichtteilsanspruch ist daher jeweils 1/8 aus dem Netto-Nachlasswert von € 800.000,- und beträgt somit jeweils € 100.000,-.

Der Nachlasswert kann sich erheblich dadurch reduzieren, dass der Erblasser zu Lebzeiten sein Vermögen verschenkt. Dann ist dieses im Zeitpunkt seines Erbfalls nicht mehr im Nachlass vorhanden und würde nicht in die Pflichtteilsberechnung mit einbezogen werden. Der Erblasser könnte so auf einfache Art und Weise die Pflichtteilsansprüche der nächsten Angehörigen umgehen.

Damit dies nicht passiert, sieht das Gesetz vor, in den Nettonachlasswert alle über die üblichen Geburtstags- und Anstandsgeschenke hinausgehenden Schenkungen des Erblassers hinzuzurechnen, die dieser in den letzten zehn Jahren vor seinem Ableben getätigt hat. Man spricht insoweit von einem Pflichtteilsergänzungsanspruch.

Erfolgte die Schenkung an den Ehepartner oder unter Vorbehalt eines Nießbrauchsrechtes, wird sie auch dann dem Nachlass hinzugerechnet, wenn sie außerhalb der 10-Jahresfrist erfolgte.

Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass Schenkungen, die nicht an den Ehepartner oder unter Vorbehalt eines Nießbrauchsrechtes erfolgten, sich jedes Jahr um 10 % reduzieren. Eine Schenkung, die zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits 9 Jahre zurück liegt, wird daher im Nachlass nur noch mit 10 % ihres ursprünglichen Wertes berücksichtigt. Eine Schenkung, die 8 Jahre zurück liegt, mit 20 %.

Beispiel 2: Der Erblasser Emil hinterlässt eine Ehefrau Frieda und zwei Kinder, Toni und Bert. In seinem Testament setzt er seine Ehefrau Frieda, mit der er im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft verheiratet war, zu seiner Alleinerbin ein. Der Wert seines Netto-Nachlasses beträgt € 800.000,-. Kurz vor seinem Tod hat der Erblasser seinem Bruder Bernd ein Haus mit einem Wert von € 400.000,- geschenkt. Toni und Bert machen ihren Pflichtteilsanspruch geltend.

Lösung: Der gesetzliche Erbteil der Ehefrau besteht vorliegend in Höhe von ½ und der Erbteil der Kinder je 1/4. Die Pflichtteilsquote daraus beträgt für Toni und Bert jeweils 1/8, also die Hälfte. Der Pflichtteilsanspruch ist daher jeweils 1/8 aus dem Netto-Nachlasswert von € 800.000,-, somit jeweils € 100.000,-. Hinzu kommt ein Pflichtteilsergänzungsanspruch aufgrund der Schenkung an den Bruder Bernd in Höhe von 1/8 aus € 400.000,- und somit jeweils € 50.000,-. Der Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsanspruch beträgt insgesamt jeweils € 150.000,-.

4. Wer schuldet den Pflichtteilsanspruch?

Der Pflichtteilsanspruch muss von dem oder den Erben des Erblassers an den Pflichtteilsberechtigten bezahlt werden.  In bestimmten Ausnahmefällen haftet aber der Beschenkte für einen etwaigen Pflichtteilsergänzungsanspruch.

5. Wie macht man den Pflichtteilsanspruch geltend?

Der Pflichtteilsanspruch muss gegenüber dem Erben aktiv geltend gemacht, d.h. dessen Auszahlung angefordert werden.

Um die Höhe des Pflichtteilsanspruchs berechnen zu können, muss der Pflichtteilsberechtigte den Wert des Nettonachlasses bestimmen (s.o. unter Punkt 3). Da der Pflichtteilsberechtigte den Bestand des Nachlasses im Regelfall nicht kennt, ist er auf die Mithilfe des Erben angewiesen. Hierzu steht dem Pflichtteilsberechtigten ein Auskunftsanspruch gegen den Erben zu.

Der Erbe hat dem Pflichtteilsberechtigten auf Aufforderung ein Verzeichnis über den Bestand des Nachlasses zum Zeitpunkt des Versterbens des Erblassers vorzulegen, aus dem sich der Nachlassbestand vollständig ergibt. Das bedeutet, dass der Erbe eine geordnete Aufstellung übersenden muss, in der alle zum Nachlass gehörenden positiven Nachlasswerte (z.B. das Bank-,Bar- und Aktienvermögen des Erblassers, Immobilienvermögen, Forderungen, Schmuck- und Kunstgegenstände sowie weiterer Besitz) und alle Nachlassverbindlichkeiten (Beerdigungskosten, laufende Darlehen und sonstige Schulden des Erblassers) aufzulisten sind.

Ebenso sind alle über Geburtstags- und Anstandsgeschenke hinausgehenden Schenkungen des Erblassers anzugeben, die dieser innerhalb der letzten zehn Jahre vor seinem Tod gemacht hat. Darüber hinaus sind alle Schenkungen an den Ehe- bzw. eingetragenen Lebenspartner sowie Schenkungen unter Vorbehalt eines Nießbrauchsrechtes anzugeben.

War der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes verheiratet, muss der Erbe zum Zwecke der Bestimmung der Pflichtteilsquote den Güterstand angeben, in welchem der Erblasser verheiratet war.

Der Pflichtteilsberechtigte kann auch verlangen, dass das Verzeichnis durch einen Notar aufgenommen wird (sog. notarielles Nachlassverzeichnis). Dieser Anspruch besteht auch, wenn der Erbe schon ein selbst erstelltes Nachlassverzeichnis vorgelegt hat. Hier muss der Notar den Bestand des Nachlasses, ausgehend von den Angaben des Erben, selbst ermitteln.

Gehören zum Nachlass Gegenstände, deren Wert der Pflichtteilsberechtigte nicht kennt, steht ihm ein Wertermittlungsanspruch zu. Dieser ist besonders relevant, wenn sich im Nachlass zum Beispiel eine Immobilie befindet, deren Wert Pflichtteilsberechtigter und Erbe nicht abschätzen können. Der Erbe hat dem Pflichtteilsberechtigten auf Aufforderung ein Gutachten über den Wert der Immobilie zum Zeitpunkt des Versterbens des Erblassers vorzulegen.

Sowohl die Kosten des Notars für die Erstellung des notariellen Nachlassverzeichnisses als auch die Kosten des Sachverständigengutachtens sind Nachlassverbindlichkeiten und reduzieren daher den Pflichtteilsanspruch.

Auch wenn der Pflichtteilsberechtigte seinen Pflichtteilsanspruch zunächst nicht genau angeben kann, ist er dazu berechtigt, den Erben auch vor Erteilung der Auskunft zur Auszahlung seines Pflichtteilsanspruchs unter Fristsetzung aufzufordern. Zahlt der Erbe den Pflichtteilsanspruch innerhalb der gesetzten Frist nicht, so befindet sich der Erbe ggfs. in Verzug und es fallen Verzugszinsen an. Sollte zudem nach der Aufforderung die Einschaltung eines Rechtsanwaltes notwendig werden, sind auch die Rechtsanwaltsgebühren als Verzugsschaden durch den Erben zu begleichen.

Im als Einschreiben zu versendenden Aufforderungsschreiben sollte der Pflichtteilsberechtigte den Erben daher dazu auffordern,

  • Auskunft über den Bestand des Nachlasses zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers mittels (notariellem) Nachlassverzeichnis und
  • Auskunft über alle Schenkungen des Erblassers in den letzten zehn Jahren sowie alle Schenkungen an den Ehe oder eingetragenen Lebenspartner und Schenkungen unter Vorbehalt eines Nießbrauchsrechtes zu erteilen
  • den Güterstand anzugeben, indem der Erblasser verheiratet war
  • ggf. der Vorlage eines Wertermittlungsgutachtens bezüglich (bekannter) Nachlassgegenstände wie z.B. Immobilien, PKW und Schmuck bzw. Kunst
  • Auszahlung des Pflichtteils.

Hierzu sollte der Pflichtteilsberechtigte dem Erben eine Frist setzen, wobei für die Vorlage des Nachlassverzeichnisses eine erste Frist von ca. 4 Wochen, für die Auszahlung des Pflichtteils eine Frist von ca. 2 Wochen grundsätzlich angemessen ist.

6. Wann verjähren die Ansprüche?

Der Pflichtteilsanspruch verjährt grundsätzlich innerhalb von drei Jahren zum Jahresende ab Kenntnis des Pflichtteilsberechtigten vom Versterben des Erblassers und seiner Enterbung.

Beispiel: Erblasser Emil verstirbt am 28.03.2018 und hinterlässt eine Ehefrau Frieda und zwei Kinder, Toni und Bert. In seinem Testament setzt er seine Ehefrau Frieda zu seiner Alleinerbin ein. Toni erfährt noch am Todestag seines Vaters von dessen Versterben und seiner Enterbung. Bert, der schon längere Zeit keinen Kontakt mehr zu seiner Familie hat, erfährt erst Mitte 2019 von dem Versterben seines Vaters und seiner Enterbung.

Lösung: Der Pflichtteilsanspruch von Toni verjährt zum 31.12.2021. Da Bert erst im Jahr 2019 von dem Versterben seines Vaters und seiner Enterbung erfahren hat, verjährt sein Pflichtteilsanspruch erst zum 31.12.2022.

Unter Umständen kann die Verjährung des Pflichtteilsergänzungsanspruchs schon stichtagsgenau drei Jahre nach dem Tod des Erblassers eintreten, d.h. am dritten Todestag des Erblassers. Dies ist dann der Fall, wenn sich der Anspruch ausnahmsweise gegen den Beschenkten richtet.

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HINWEIS:

Ist dem pflichtteilsberechtigten Abkömmling, dem Ehe- bzw. eingetragenem Lebenspartner oder dem pflichtteilsberechtigten Elternteil im Testament ein beispielsweise mit Vermächtnissen, Testamentsvollstreckung oder Vor- und Nacherbschaft belasteter Erbteil oder ein Vermächtnis zugewandt worden, so ist dringend eine individuelle Beratung durch einen Fachanwalt für Erbrecht innerhalb der Ausschlagungsfrist (sechs Wochen ab Eröffnung des Testamentes) erforderlich.

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Häufige Fragen

Warum sollte ein Anwalt meinen Pflichtteil einfordern?

Da bei Erbangelegenheiten und insbesondere im Falle der Enterbung eine spezielle Abfolge von Schritten eingehalten werden sollte, um Ihre Ansprüche geltend zu machen, empfiehlt es sich einen Fachanwalt für Erbrecht mit der Durchsetzung Ihrer Ansprüche zu beauftragen.

Durch wen wird der Pflichtteil eingefordert?

Die Prüfung Ihres Testaments wird von zertifizierten Rechtsanwälten des ZDF-WISO Testsiegers yourXpert vorgenommen. Alle Anwaltsprofile und deren Qualifikationen können Sie hier einsehen.

Welche Leistungen enthält das Einfordern des Pflichtteils?

Sie erhalten eine individuelle Prüfung Ihrer Fallkonstellation, wenn möglich ein Musterschreiben zur Inverzugsetzung sowie weitergehende Beratung zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Welche Unterlagen werden zur Prüfung benötigt? Welche zusätzlichen Informationen braucht mein Anwalt?

Im ersten Schritt werden nur wenige Angaben zu Ihnen und dem Erblasser benötigt. Jedoch ist es für eine weitergehende Beratung nötig, dass das Testament in Kopie vorliegt.

Was kostet das Einfordern meines Pflichtteils?

Ihre Prüfung, ob Sie pflichtteilsberechtigt sind und das Musterschreiben zur Inverzugsetzung von  Auftrag bei yourXpert sind für Sie kostenfrei.

Führt dies nicht bereits zum Erfolg, erhalten Sie für die weitere Durchsetzung Ihres Anspruchs ein unverbindliches Angebot. Wenn Sie im Recht sind, haben Sie einen gesetzlichen Erstattungsanspruch für Ihre weiteren Kosten der Rechtsdurchsetzung gegen die Gegenseite.

Wann kann ich mit einer Antwort rechnen?

Sie erhalten innerhalb von fünf Tagen eine klare Handlungsempfehlung und, wenn nötig, ein vorformuliertes Schreiben, welches Sie an den Nachlassverwalter schicken.

Wer kann meine Anfrage lesen? Wird meine Anfrage öffentlich sichtbar sein?

Lediglich Sie und Ihr Anwalt können Ihre Anfrage lesen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist Ihre Anfrage zu keiner Zeit öffentlich einsehbar.

Welche Zahlungsmöglichkeiten habe ich?

Auf yourXpert stehen Ihnen alle relevanten Zahlungsweisen zur Verfügung:

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  • Vorkasse

Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung die Kosten für meine Beratung?

Welche Leistungen von Ihrer Versicherung abgedeckt werden, entnehmen Sie am besten Ihrer Police oder erfragen sie bei Ihrer Versicherung. Hier finden Sie weitere Informationen zur Kostenübernahme durch Ihre Versicherung.

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