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Widerspruch: Gerichtlicher Mahnbescheid

Widerspruch gerichtlicher Mahnbescheid

Ratgeber: Widerspruch gerichtlicher Mahnbescheid

(Lesezeit ca. 6 Minuten)

Ein gerichtlicher Mahnbescheid löst bei vielen Menschen Panik aus. Doch findet man in seinem Briefkasten den gelben Brief vom Amtsgericht, gilt es zunächst Ruhe zu bewahren und diesen genau zu prüfen. Nicht immer beruht ein gerichtlicher Mahnbescheid auch auf einer tatsächlich bestehenden Forderung gegen Sie. Ist dies der Fall oder besteht die Forderung nicht in der geforderten Höhe, sollten Sie Widerspruch einlegen. Wie Sie dabei vorgehen müssen erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erhalten sie einen gerichtlichen Mahnbescheid, sollten sie immer reagieren

  • Ob der*die Antragssteller*in tatsächlich einen Anspruch gegen Sie hat, wird durch das Gericht nicht geprüft

  • Der Widerspruch muss schriftlich erhoben werden

  • Die Frist um auf einen Mahnbescheid zu reagieren, beträgt 2 Wochen

  • Grundsätzlich ist es sinnvoll, den*die Gläubiger*in über den Widerspruch separat zu informieren

Kostenlose Ersteinschätzung erhalten

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein gerichtlicher Mahnbescheid?
  2. Woran ist ein gerichtlicher Mahnbescheid zu erkennen?
  3. Wann sollte man einem gerichtlichen Mahnbescheid widersprechen?
  4. Wie widerspricht man einem gerichtlichen Mahnbescheid?
  5. Wie lange ist die Frist um auf einen Mahnbescheid zu reagieren?
  6. Sollte man den Gläubiger über den Widerspruch informieren?
  7. Was passiert nach dem Widerspruch?
    1. Gerichtsverfahren
    2. Außergerichtliche Einigung
  8. Fazit: Online kostenlose anwaltliche Ersteinschätzung einholen!

Was ist ein gerichtlicher Mahnbescheid?

Ein Mahnbescheid ist ein gerichtliches Schreiben und Bestandteil des Mahnverfahrens.

Das Mahnverfahren ist ein Gerichtsverfahren, dass der Durchsetzung von Geldforderungen dient, ohne dass es dabei zu einem gerichtlichen Klageverfahren kommt. Dies dient der Entlastung der Gerichte. Ziel des*der Gläubiger*in ist es, mit dem Mahnverfahren den*die Schuldner*in zur Zahlung zu veranlassen oder einen Vollstreckungsbescheid zu erwirken. Mit diesem kann eine Zwangsvollstreckung erwirkt werden, um die Forderung durchzusetzen.

Der Inhalt des Mahnbescheids wird dabei jedoch nicht richterlich geprüft. Vielmehr kann weitgehend ohne Überprüfung ein Mahnverfahren gegen Sie eingeleitet werden. Aus diesem Grund ist ein gerichtlicher Mahnbescheid auch kein Indiz, dass die gegen Sie geltend gemachte Forderung berechtigt ist.

Woran erkenne ich einen gerichtlichen Mahnbescheid?

Ein gerichtlicher Mahnbescheid befindet sich meistens in einem gelben Umschlag und kommt immer von einem deutschen Amtsgericht.

RECHTS-TIPP:

Ist das Schreiben nicht von einem deutschen Amtsgericht, handelt es sich um eine gewöhnliche Mahnung. Eine Zwangsvollstreckung droht nur, sobald das gerichtliche Mahnverfahren gegen Sie eingeleitet worden ist.

Wann sollte ich einem gerichtlichen Mahnbescheid widersprechen?

Erhalten Sie einem Mahnbescheid, sollten Sie diesen zunächst gründlich überprüfen.

Sofern die Forderung gegen Sie berechtigt ist, ist es ratsam, diese möglichst zeitnah zu begleichen. Reagieren Sie nicht oder zu spät, kann der*die Antragssteller*in einen Vollstreckungsbescheid gegen Sie beantragen und es droht die Zwangsvollstreckung.


Ist die Forderung in dem Bescheid jedoch nicht berechtigt, sollten Sie in jedem Fall Widerspruch einlegen. Das Gleiche gilt, wenn der Mahnbescheid mehrere Forderungen enthält und lediglich eine davon nicht berechtigt ist.


Genau wie bei der berechtigten Forderung ist es sehr wichtig, schnell zu reagieren. Tun Sie dies nicht, kann der*die Antragssteller*in gegen Sie eine Zwangsvollstreckung erwirken. Da das Gericht den Anspruch inhaltlich nicht prüft, kann auch eine unberechtigte Forderung gegen Sie durchgesetzt werden.
Erhalten Sie also einen gerichtlichen Mahnbescheid, sollten sie immer reagieren!

Wie widerspricht man einen gerichtlichen Mahnbescheid?

Der Widerspruch muss schriftlich erhoben werden. Um die Einhaltung der Frist später auch beweisen zu können, sollten Sie den Widerspruch auch per Einschreiben verschicken.

Dem Mahnbescheid liegt ein amtlicher Vordruck bei, den Sie einfach ausfüllen können, wenn Sie der Mahnung widersprechen wollen. Das Verwenden des beigefügten Vordruckes ermöglicht eine schnellere Bearbeitung Ihres Falls durch das Amtsgericht.

Falls Sie dies bevorzugen, können Sie das Widerspruchsschreiben jedoch auch eigenhändig formulieren. In diesem Fall sollten Sie jedoch darauf achten, dass Ihr Schreiben alle auf dem Vordruck geforderten Angaben beinhaltet.

In beiden Fällen müssen Sie den Widerspruch eigenhändig unterschreiben. Eine Begründung brauchen Sie dem Widerspruchsschreiben jedoch nicht zwingend beizufügen, da es sich um ein automatisiertes Verfahren handelt. Ihr Schreiben wird lediglich auf die korrekte Angabe aller Angaben hin überprüft, eine inhaltliche, richterliche Prüfung findet nicht statt.

Wie lange ist die Frist um auf einen Mahnbescheid zu reagieren?

Die Frist, um auf einen Mahnbescheid zu reagieren, beträgt 2 Wochen ab Zustellung des Bescheids. In dieser Zeit müssen Sie entweder den Widerspruch erheben oder die Forderung begleichen.

RECHTS-TIPP:

Solange der Vollstreckungsbescheid nicht verfügt ist, können sie auch noch widersprechen. Haben Sie also die Frist verpasst, kann es sich trotzdem lohnen den Widerspruch einzureichen. Wurde der Vollstreckungsbescheid bereits verfügt, wird Ihr Widerspruch gegen den Mahnbescheid als Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid gewertet.

Maßgeblich ist hier das Datum, dass durch den*die Postbot*in auf dem Briefumschlag vermerkt worden ist. Der Brief gilt also als zugegangen, sobald ihn der*die Postbot*in in Ihren Briefkasten geworfen hat. Wann Sie tatsächlich vom Schreiben Kenntnis nehmen, ist nicht von Bedeutung. Selbst wenn Sie während der gesamten Dauer der Frist im Urlaub waren, gilt der Mahnbescheid als zugegangen.

Aus diesem Grund sollten Sie immer jemanden damit beauftragen, in Ihrer Abwesenheit Ihren Posteingang zu kontrollieren.

RECHTS-TIPP:

Befürchten Sie während der Dauer Ihrer Abwesenheit den Eingang eines Mahnbescheids, können Sie eine Person bevollmächtigen, die für Sie auf den Bescheid reagieren darf.

Sollte man den Gläubiger über den Widerspruch informieren?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, den*die Gläubiger*in über den Widerspruch zu informieren. Verpflichtet sind Sie hierzu jedoch nicht.

Treten Sie mit dem Gläubiger in Kontakt und bestreiten auch ihm gegenüber die Forderung, überprüft er diese erneut. Weiterhin können Sie so die Gefahr eines negativen Schufa-Eintrages verringern.

Zum einen ist dies im Falle eines bereits erwirkten Schufa-Eintrages ein weiterer Beweis, dass die Forderung bestritten ist. Zum anderen ist sich der Gläubiger nun bewusst, warum Sie widersprochen haben. Eventuell ist er an einer außergerichtlichen Einigung interessiert und Ihre Geste bewirkt, dass der*die Gläubiger*in von einer Klage absieht.

In dem Schreiben sollten Sie dem*der Gläubiger*in mitteilen, dass Sie widersprochen haben und auch begründen, warum sie dies getan haben. Für den Fall, dass Sie eine außergerichtliche Einigung wünschen, können sie dies in Ihrem Schreiben vorschlagen.

Was passiert nach dem Widerspruch?

Haben Sie Widerspruch gegen den Mahnbescheid eingelegt, wird der*die Antragssteller*in durch das Gericht hierüber informiert und erhält eine Kostenrechnung für ein eventuell folgendes, streitiges Verfahren. Wenn Sie Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen, endet das Mahnverfahren.

Ist die Forderung gegen Sie unberechtigt, wird der Antragssteller*in die Forderung gegen Sie nun fallen lassen, da er in einem Prozess keine Erfolgsaussichten hätte. Manchmal verzichtet der*die Gläubiger*in auch auf einen Prozess trotz berechtigter Forderung, da er das Risiko scheut, die Prozesskosten im Falle einer Niederlage vor Gericht zu tragen oder der interne Verwaltungsaufwand für das Eintreiben der Forderung zu hoch ist.

Ist dies nicht der Fall, wird der*die Antragsteller*in nun Versuchen, sich mit ihnen außergerichtlich zu einigen oder die Forderung vor Gericht in einem streitigen Verfahren gegen Sie durchzusetzen.

Gerichtsverfahren

Das streitige Verfahren wird nicht automatisch nach Abschluss des Mahnverfahrens eingeleitet. Damit dies geschieht, müssen Sie oder der*die Antragsteller*in einen entsprechenden Antrag bei Gericht stellen. Da der Unterlegene die Gerichtskosten zu tragen hat, sollten Sie nur klagen, wenn Sie sich auch absolut sicher sind den Prozess auch zu gewinnen. Besser sind Sie beraten zunächst abzuwarten, ob der*die Gläubiger*in weiter versucht gegen Sie vorzugehen oder ob er von weiteren Schritten absieht.

Entscheidet sich der*die Antragssteller*in dafür Klage gegen Sie einzureichen, hat er nun 2 Wochen Zeit, seinen Anspruch zu begründen. Es gelten die allgemeinen Regeln des Zivilprozesses. Im Rahmen der schriftlichen Klageerwiderung sollten Sie nun Beweise vorlegen, dass die gegen Sie gestellte Forderung unberechtigt ist. Spätestens wenn es zum streitigen Verfahren kommt, sollten Sie sich rechtlichen Beistand holen.

Außergerichtliche Einigung

Statt zu klagen, kann der*die Gläubiger*in auch versuchen sich mit ihnen außergerichtlich zu einigen. Ist die Forderung gegen Sie berechtigt, können Sie nun die einzelnen Modalitäten der Rückzahlung, vereinbaren.

Fazit: Kostenlose anwaltliche Ersteinschätzung einholen!

Erhalten Sie einen gerichtlichen Mahnbescheid, sollten Sie zügig handeln. Da dem gerichtlichen Mahnbescheid ein Vordruck für den Widerspruch beiliegt und Sie ihn nicht zu begründen brauchen, ist dies grundsätzlich auch ohne anwaltliche Hilfe möglich.

Trotzdem ist es in den meisten Fällen sinnvoll, einen*eine erfahrene Anwält*in einzuschalten, um sich rechtlich abzusichern und die richtige Vorgehensweise in ihrem konkreten Fall zu erfahren. Streben Sie einen außergerichtlichen Vergleich an, kann ein*eine Anwält*in diesen weiterhin für Sie bestmöglich verhandeln. 

Spätestens wenn es zu einem Verfahren vor Gericht kommt oder sich ein solches abzeichnet, sollten Sie jedoch einen rechtlichen Beistand holen. Dieser kann Ihre Situation am besten Einschätzen und mit seiner Expertise das für Sie bestmögliche Ergebnis reichen. Bei uns erhalten Sie eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Falles.

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